Politik

Gesetzliche Krankenversicherung erwirtschaftet Milliardenüberschuss

Freitag, 17. Juni 2011

Berlin – Die Finanz­entwicklung der gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV) verläuft deutlich besser als im ver­gangenen Jahr. Das teilte das Bundes­gesundheits­ministerium (BMG) heute mit.

Demnach nahmen die Kranken­­kassen im ersten Quartal 2011 rund 45,85 Milliarden Euro ein und gaben etwa 44,38 Milliarden Euro aus. Daraus ergibt sich ein Überschuss von knapp 1,47 Milliarden Euro. Im Vergleichs­zeitraum des Vorjahres hatten die Kassen lediglich ein Plus von 235 Millionen Euro erwirt­schaftet.

Der Gesundheitsfonds zahlte für das erste Quartal Zuweisungen in Höhe von insgesamt 44,74 Milliarden Euro an die Krankenkassen aus, nahm dagegen aus Beiträgen und Bundeszuschüssen lediglich 44,22 Milliarden Euro ein.

Somit weist er für das erste Quartal 2011 ein Defizit von 0,52 Milliarden Euro aus. Das hängt damit zusammen, dass der Fonds den Kassen unabhängig von deren Ausgaben jeden Monat gleichmäßige Zuweisungen auszahlt. Einnahmen und Ausgaben schwanken jedoch; tendenziell gleicht sich beides im Jahresverlauf aus. Das Ministerium warnte, der Riesenüberschuss im ersten Quartal bedeute auch noch nicht, dass zum Jahresende ähnlich viel Geld übrig bleibe.

Insgesamt gaben die Krankenkassen pro Versichertem 3,1 Prozent mehr aus. Damit liegt die Gesamtkostensteigerung 1,2 Prozent unter der ursprünglichen Erwartung des GKV-Schätzerkreises.

Zuwächse gab es vor allem im Bereich der ärztlichen Versorgung. So stiegen die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen um 4,8 Prozent, die für ambulante ärztliche Behandlungen um 1,2 Prozent pro Versichertem. Früherkennungsmaßnahmen schlugen mit Mehrkosten von 4,1 Prozent je Versichertem zu Buche.

„Trotz moderater Preisentwicklung bei den Vereinbarungen über die Landesbasisfallwerte haben im stationären Bereich Zuwächse bei den Leistungsmengen zu einem deutlichen Anstieg der Ausgaben der Krankenkassen geführt“, hieß es aus dem Ministerium.

Arzneimittel-Sparpaket wirkt
Dagegen scheint das Arzneimittel-Sparpaket zu wirken. „Nach Jahren des ungebremsten Ausgabenanstiegs bei den Arzneimitteln können hier erstmals Ausgabensenkungen verzeichnet werden“, verweist das BMG auf Kostenreduzierungen von 4,8 Prozent.

Der Ausgabenzuwachs beim Krankengeld hat sich mit einem erneuten Plus von 11,2 Prozent nach den zweistelligen Zuwachsraten in den letzten Jahren auch in 2011 unverändert fortgesetzt.

Die Netto-Verwaltungskosten der Kassen sind um 2,4 Prozent je Versichertem gestiegen. „Hier muss es im weiteren Jahresverlauf noch zu einer Abflachung der Ausgabenentwicklung kommen“, forderte das Ministerium. Laut GKV-Finanzierungsgesetz dürfen die Verwaltungskosten in den Jahren 2011 und 2012 im Vergleich zu 2010 nicht steigen. © hil/aerzteblatt.de

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harlekin2000
am Sonntag, 19. Juni 2011, 14:42

Erwirtschaftet ist gut.

Die Krankenkassen haben die Patienten betrogen und die Ärzte beklaut.
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