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| dpa |
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| Daniel Bahr und Helge Karch /dpa |
Nach Angaben des hessischen Sozialministeriums besteht jedoch keine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung.
Für das Umweltbundesamt (UBA) ist der Fund des aggressiven EHEC-Erregers im Erlenbach nicht überraschend. „Das ist für Gewässer direkt im Anschluss zur Kläranlage nichts Ungewöhnliches“, sagte UBA-Sprecher Stephan Gabriel Haufe am Montag in Dessau.
Kläranlagen könnten E.coli-Bakterien aus menschlichen Fäkalien nicht komplett aus Abwässern herausfiltern. Das geklärte Wasser werde durch die Einleitung in Bäche und Flüsse aber so extrem verdünnt, dass eine Ansteckung bei Beachtung üblicher Hygieneregeln sehr gering sei.
Eine Verunreinigung des Trinkwassers mit dem Keim ist nach Angaben der Behörde zudem praktisch ausgeschlossen. Werden auch nur geringe Mengen an E.coli-Bakterien bei den regelmäßig stattfindenden Tests gefunden, muss das Wasser beispielsweise mit Chlor desinfiziert werden. Der aggressive EHEC-Stamm O104:H4 wurde in Deutschland bislang noch nie in Trinkwasser gefunden.
Gesundheitsminister Bahr zufolge geht die Zahl der Neuinfektionen zurück. Zwar sei weiterhin mit Todesfällen zu rechnen. „Das Schlimmste haben wir aber hinter uns“, sagte Bahr am Samstag bei einem Besuch des Münsteraner Hygieneinstituts. Bahr versicherte, Lehren aus dem aktuellen EHEC-Ausbruch ziehen zu wollen. Insbesondere wolle er das Meldeverfahren von Krankheitsfällen optimieren.
Der Mediziner Zastrow kritisierte Behördeninformationen, wonach der EHEC-Keim von Menschen auf Lebensmittel übertragen werde. Wer so etwas behaupte, verstehe nichts von der Thematik, sagte der Chefarzt für Hygiene an den Vivantes-Kliniken Berlin am Sonntag.
Ein derartiger Fall könne allenfalls dann eintreten, wenn an der Hand befindliche Exkremente auf ein Lebensmittel gebracht würden. Diese Form der Übertragung gelte dann auch für die Erreger von Cholera, Typhus, Salmonellen und Hepatitis A, fügte der Experte hinzu.
Das hessische Sozialministerium hatte am Freitag mitgeteilt, eine mit EHEC infizierte Mitarbeiterin eines nordhessischen Partyservices habe offenbar den Keim auf Lebensmittel übertragen. Daraufhin erkrankten 20 Teilnehmer einer Familienfeier an EHEC.
Laut Zastrow wäre die Epidemie früher beendet worden, hätten die Behörden die Erkrankten gezielter nach dem Verzehr von Sprossen befragt. Da belastete Sprossen als Auslöser schwerer EHEC-Ausbrüche bekannt gewesen seien, habe es sich bei dem Versäumnis um einen „schweren methodischen Fehler“ gehandelt, monierte der Wissenschaftler.
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