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Universitäts­kliniken: Marburger Bund fordert 5 Prozent mehr Gehalt

Mittwoch, 22. Juni 2011

Berlin – Bei den anstehenden Ver­hand­l­ungen mit der Tarif­gemein­schaft deutscher Länder (TdL) fordert der Marburger Bund (MB) für die Ärzte an Universitäts­kliniken eine bessere Bezahlung von Nacht­diensten und Überstunden sowie eine Neu­strukturierung der Entgelt­tabelle. 

„An Unikliniken erhalten Fachärzte heute ein Grundgehalt, das im Durchschnitt fünf Prozent niedriger liegt als bei ihren Kollegen an privaten Kliniken“, kritisierte der 1. Vorsitzende des MB, Rudolf Henke, am Mittwoch vor Journalisten in Berlin.

Auch im Vergleich mit dem schon ein Jahr alten Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern schnitten Fachärzte an Unikliniken um zwei Prozent schlechter ab. 

Es sei nicht zu akzeptieren, dass die 23 in der TdL zusammengeschlossenen Universitätskliniken für Nachtdienste lediglich einen Zuschlag von 1,28 Euro pro Stunde zahlten, sagte Henke.

Der MB fordert deshalb Zeitzuschläge von 25 Prozent des individuellen Stundenentgeltes sowohl für Nachtschichten als auch für Überstunden und Vollarbeit am Samstag zwischen 13 und 21 Uhr. Für Sonntagsarbeit soll der Zeitzuschlag von 25 auf 35 Prozent angehoben werden.

Zudem will der MB für Ärzte in Weiterbildung ab dem sechsten Berufsjahr eine weitere Gehaltsstufe durchsetzen. „Damit wollen wir insbesondere jungen Ärztinnen, die ihre Kinder erziehen und deshalb mehr als fünf Jahre in Weiterbildung sind, eine finanzielle Perspektive geben“, erklärte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Auch für Fach- und Oberärzte sollen weitere Gehaltsstufen an die Entgelttabelle angehängt beziehungsweise die Verweildauer in den Stufen verkürzt werden. 

Zusammen mit einer linearen Gehaltssteigerung von fünf Prozent belaufen sich die MB-Forderungen somit auf ein Plus von 6,3 Prozent.   

Damit wolle der Marburger Bund einen Beitrag dazu leisten, dass sich der Ärztemangel an Universitätskliniken nicht breitmache, sagte Henke. Insgesamt könnten laut MB-Berechnungen 12.000 ärztliche Stellen an deutschen Krankenhäusern nicht besetzt werden. 19 Prozent der Ärzte an Universitätskliniken hätten bei einer Umfrage angegeben, dass vier oder mehr Stellen in ihrer Abteilung nicht besetzt seien. 

Zudem strebt der MB an, dass der Tarifvertrag mit der TdL auch für alle im Landesdienst angestellten Ärzte gilt, also auch für Betriebsärzte und Ärzte in Justizvollzugsanstalten. Die erste Verhandlungsrunde beginnt am 12. Juli. © fos/aerzteblatt.de

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