Hamilton – Laut einer neuen Studie sind Wöchnerinnen einem doppelten so hohen Risiko für Depressionen ausgesetzt, wenn sie in den Wochen nach der Geburt ihres Kindes harninkontinent sind.
Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler unter der Leitung von Wendy Sword von der McMaster University`s School of Nursing in einer prospektiven Kohortenstudie. Sie publizierten ihre Ergebnisse im British Journal of Obstetrics and Gynecology (10.1111/j.1471-0528.2011.02950.x).
Von der auch Wochenbettdepression genannten Erkrankung sind bis zu zwanzig Prozent aller Mütter betroffen. Oft wird diese Depressionsform erst aufgrund von körperlichen Symptomen erkannt.
Häufig sind Frauen betroffen, die bereits psychisch vorerkrankt sind oder waren, jedoch zeichnet sich mit der Harninkontinenz laut dieser neuen Studie auch ein körperliches Symptom als Risikofaktor ab.
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Doch zunächst stellten sie fest, dass die Wahl der Gebärmethode keinen Einfluss auf das Risiko für eine Wochenbettdepression hatte, was sich auch mit vorangegangenen wissenschaftlichen Studien deckte.
Stattdessen fanden sie heraus, dass fünf Faktoren entscheidende Risikofaktoren darstellten, darunter auch die Harninkontinenz, die das Risiko für postpartale Verstimmungen im Vergleich zu Frauen ohne Inkontinenz verdoppelte.
Die anderen vier Faktoren, die in diesen sechs Wochen ebenfalls signifikant mit den Depressionen korrelierten, waren ein Gebäralter von unter 25, erneute Einweisungen in das Krankenhaus, die unterlassene Brusternährung und schlechtes subjektives Gesundheitsempfinden.
Die Autoren sind überrascht, ausgerechnet die Harninkontinenz als Risikofaktor ausfindig gemacht zu haben. Warum diese Korrelation besteht, können sie derzeit noch nicht erklären, betonen aber, dass die behandelnden Ärzte nun ein besonderes Augenmerk auf dieses gesundheitliche Problem bei Wöchnerinnen legen sollten.
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