Berlin – In der Debatte um die Neuregelung zur Organspende geht die FDP einem Bericht zufolge auf Distanz zur Union. In einem von der Bundestagsfraktion beschlossenen Positionspapier wenden sich die Liberalen dagegen, die Bürger zur Erklärung über ihre Spendebereitschaft zu verpflichten, wie die Tageszeitung Die Welt am Freitag berichtete.
„Für die sehr sensible und persönliche Erklärung zur Organspende darf es keinen Zwang geben“, zitiert das Blatt aus dem Papier. Damit widersprechen die FDP-Abgeordneten Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), der sich für die sogenannte Entscheidungslösung stark gemacht hatte.
Die Entscheidungslösung sieht vor, dass jeder Bürger zu seiner Organspendebereitschaft befragt und dies auf dem Personalausweis, Führerschein oder der Krankenversicherungskarte dokumentiert wird. Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat sich für diese Variante ausgesprochen.
„Es muss auch das Recht geben, sich nicht zu entscheiden“, sagte hingegen der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch der Welt.
aerzteblatt.de |
Die Regelungen zur Organspende sind seit langem umstritten. Derzeit gilt eine Zustimmungslösung, wonach ein Mensch schon zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten Ja sagen müssen. Mit der Neuregelung der Organspende will sich auch die Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni befassen.
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