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FDP für freiwillige Lösung bei Organspende

Freitag, 24. Juni 2011

Berlin – In der Debatte um die Neuregelung zur Organspende geht die FDP einem Bericht zufolge auf Distanz zur Union. In einem von der Bundestagsfraktion beschlossenen Positionspapier wenden sich die Liberalen dagegen, die Bürger zur Erklärung über ihre Spendebereitschaft zu verpflichten, wie die Tageszeitung Die Welt am Freitag berichtete.

„Für die sehr sensible und persönliche Erklärung zur Organspende darf es keinen Zwang geben“, zitiert das Blatt aus dem Papier. Damit widersprechen die FDP-Abgeordneten Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), der sich für die sogenannte Entscheidungslösung stark gemacht hatte.

Die Entscheidungslösung sieht vor, dass jeder Bürger zu seiner Organspendebereitschaft befragt und dies auf dem Personalausweis, Führerschein oder der Krankenversicherungskarte dokumentiert wird. Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat sich für diese Variante ausgesprochen.

„Es muss auch das Recht geben, sich nicht zu entscheiden“, sagte hingegen der FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch der Welt.

Die FDP fordert demnach eine Weiterentwicklung der derzeitigen Zustimmungslösung, nach der die Spendebereitschaft ausdrücklich erklärt werden muss. Um die Bürger auf die Wichtigkeit von Spenden hinzuweisen, sollten sie dem Positionspapier zufolge künftig „mehrmals im Leben mit der Frage der Organspende konfrontiert werden“.

Wer wegen des Personalausweises oder Führerscheins aufs Amt muss, solle Broschüren zu Organspende erhalten. „Damit werden mehr Bürger als bisher erreicht und dazu bewegt, sich mit dem Thema zu befassen“, schreiben die FDP-Abgeordneten.  

Die Regelungen zur Organspende sind seit langem umstritten. Derzeit gilt eine Zustimmungslösung, wonach ein Mensch schon zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben muss oder Angehörige eines Hirntoten Ja sagen müssen. Mit der Neuregelung der Organspende will sich auch die Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni befassen. © dapd/aerzteblatt.de

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Senbuddy
am Montag, 27. Juni 2011, 18:54

Bitte nicht in den Ausweis...

Ich würde es als unzumutbar empfinden, in meinem Personlausweis für jeden sichtbar, meine Spendenbereitschaft dokumetieren zu müssen (bzw. meine fehlende Bereitschaft). Sollte so etwas eingeführt werden, wird mit Sicherheit ein gewaltiger moralischer Druck entstehen, seine Spendenbereitschaft einzutragen.

Denn wer möchte sich schon für eine (durchaus legitime) fehlende Spendenbereitschaft dikriminieren lassen. Und das wird durch öffentliche Kampagnen von entsprechenden Organisationen und dann in der Folge auch im privaten Umfeld geschehen. Und darauf zielt Kauders und Steinmeiers Lösung auch ab.

Außerdem würden mal wieder neue massenhafte staatliche Datensammlungen angelegt. Immer mehr und mehr.

Wer so unsensibel mit diesem Thema umgeht wie Thelber (s.u.) oder auch diese stets zur Bevormundung neigenden Politiker von CDU und SPD hat wenig Achtung für das Recht auf persönliche Selbstbestimmung und persönliche Unversehrtheit.

Man kann nur hoffen, dass es nicht wieder zu einer großen Koalition kommt. Beim letzten Mal wurden so viele Grundrechte eingeschränkt (Bsp. Vorratsdaten, Elena, Bundestrojaner, Steuersünder-CDs u.a.), dass man schon die FDP (oder wenigstens die Grünen) braucht, um die "bürgerlichen" Parteien im Zaum zu halten.

Ich bin froh, dass wenigstens die FDP sich so äußert.
Viele Grüße
S.
remplaçante
am Sonntag, 26. Juni 2011, 19:16

Auseinandersetzung mit Organspende

"....Wer wegen des Personalausweises oder Führerscheins aufs Amt muss, solle Broschüren zu Organspende erhalten. „Damit werden mehr Bürger als bisher erreicht und dazu bewegt, sich mit dem Thema zu befassen“, schreiben die FDP-Abgeordneten... "

Es ist sicher richtig, dass man sich mit dem Thema "Hirntod/Organspende" auseinandersetzen sollte, denn rein theoretisch kann auch jeder in die Lage versetzt werden, ploetzlich ein Organ zu brauchen (siehe EHEC und eventuelle terminale Niereninsuffizienz....)
Aber diese Auseinandersetzung sollte freiwillig erfolgen, nicht erzwungen durch Uebergabe einer Broschure beim nächsten Perso-Antrag. Allerdings kann man dann mit gleichem Recht fordern, dass auch Broschüren zur Tabakentwöhnung ausgegeben werden, denn die Zahl der Todesfälle durch Rauchen dürfte die der durch nicht gespendete Organe immer noch übersteigen!
panteonero
am Sonntag, 26. Juni 2011, 13:51

FDP-Organspende

Ich bin kein Ersatzteillager. Für mich ist es im höhsten Masse unzumutbarmit solchen Methoden Druck auf die Bürger auszuüben. Wo leben wir den?! Nicht mal in den kommunistischen Länder hat sich die Obrigkeit getraut so einen Vorschlag zu machen.
Bretscher
am Samstag, 25. Juni 2011, 14:55

FDP...Organspende..

vielleicht ist das ein FDP-Käse, um mit Theibers Kommentar zu sprechen. Aber so einfach geht es auch nicht, es gibt ja Kommentare kontra Verpflichtung, z.B. auf Söders Vorstellungen (Newsletter DÄB 20.6.11) und vorher zum Organspende-Aufruf.
Thelber
am Freitag, 24. Juni 2011, 21:03

So ein FDP-Käse ....

Jeder kann doch jederzeit seine Meinungsänderung durch einen neuen Personalausweis dokumentieren. Zu einer Meinungsäußerung zu Gunsten von mehr Spenderorganen für wirklich verzweifelte Menschen alle Bundesbürger zu bewegen, das ist doch absolut zumutbar !!

Insbesondere angesichts der langen Wartezeiten und fehlenden Spenderorgane in der BRD !!!

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