KV Bayerns plädiert für verstärkte Nachwuchsförderung
Dienstag, 28. Juni 2011
München – Den Ärztenachwuchs zu fördern ist das beste Mittel gegen den sich abzeichnenden Ärztemangel. Diese Auffassung vertritt der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns. Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche ein Maßnahmenpaket gegen den Fachkräftemangel beschlossen. Unter anderem soll es ausländischen Ärzten erleichtern, im deutschen Gesundheitswesen zu arbeiten.
„Offensichtlich zieht die Politik im freien Fall in Richtung Ärztemangel nun die Reißleine. Doch indem man Ärzten aus dem Ausland den Berufseinstieg in Deutschland schmackhafter gestaltet, erreicht man lediglich eine geografische Verschiebung des Ärztemangels“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KV, Wolfgang Krombholz. Denn ausländische Ärzte, die in Deutschland arbeiteten, würden letztlich im Gesundheitswesen ihres Heimatlandes fehlen.
Der Vorstand der KV fordert daher, den eigenen medizinischen Nachwuchs intensiver zu fördern. Lehrstühle für Allgemeinmedizin, abgestimmte Konzepte für die haus- und fachärztliche Weiterbildung, vor allem aber vernünftige Arbeitszeitmodelle, weniger Bürokratie und angemessene Honorare seien einige der wichtigsten Ansatzpunkte, um das Arztsein in Deutschland wieder attraktiv zu machen und so dem drohenden Ärztemangel effektiv zu begegnen, hieß es aus Bayern.
Vor einer Verschlechterung der medizinischen Lehre warnte in diesem Zusammenhang der NAV-Virchow-Bund. „In einigen Bundesländern wird bei den medizinischen Fakultäten trotz aller Warnungen massiv der Rotstift angesetzt“, sagte deren Vorsitzender Dirk Heinrich.
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