Es verwundert inzwischen micht mehr, mit wie wenig Sachverstand sich heute manche Politker bemüßigt fühlen , zu medizinisch-ethischen Fragen Stellung zu nehmen. So überrascht uns Herr Singhammer auch nur wenig mit der Festtellung, dass hirntote Frauen noch Kinder austragen könnten, und setzt das irgendwie in Bezug zu einer amerikanische Erkenntnis, wonach das Funktionieren des Körpers nicht kurz nach dem Hirntod aufhören müsse. Hier werden die Erfahrungen, dass es mit Hilfe der modernen Intensivmedizin möglich ist, unter Aufbietung aller ihrer Fähigkeiten, einen hirntoten Organismus als "Brutstätte" über die Zeit zu konservieren, undifferenziert vermischt mit der ebenfalls nicht neuen Erkenntnis, dass das Sterben ein Kontinuum und kein augenblickliches Ereignis ist. Dabei hat man aufgrund seiner Diktion nicht den Eindruck, dass dem Verkünder dieser umwerfenden Erkenntnisse die Unterschiede klar sind.
Letztlich kann es eigentlich keine wissenschaftliche Definition des Todes geben, sondern nur eine sich auf den ermittelten Ablauf zu stützende wertende Setzung- wenn er das gemeint hat, kann man ihm noch folgen.
Warum jetzt aber ausgerechnet nicht mehr der komplette und irreversible Ausfall der steuernden Hirnfunktionen als Zeichen des "Hirntods", und damit des unwiderruflichen Erlöschens aller Facetten dessen, was dieser Mensch als Person jemals war, sondern wieder eine beliebige Auswahl-Palette vom Herzstillstand bis hin zum Erlöschen des Wachstums des letzten Nagels diskutiert werden sollte, ist mit völlig schleierhaft.
Die Feststellung der Hirntodkriterien bei einem Intensivpatienten ist- nach den hiesigen validierten Regeln durchgeführt, -die erwiesen sicherste Todesfeststellung mit einer 100 prozentigen Irreversibilitätsrate, was man von den anderen "klassischen" Todesfeststellungen nun gerade nicht behaupten kann...
Es sei- so heißt es - das Ziel heutiger Gesundheitspolitik. die Organspendebereitschaft zu erhöhen.
Zu diesem Zweck sollte noch mehr Experten a la Singhammer ihre Stimme erheben lassen , die zu erwartenden Steigerungsraten werden hart mit dem Wirtschaftswachstum Griechenlands konkurrieren.....


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