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Datenschützer: Organspende­bereitschaft auf Gesundheitskarte dokumentieren

Freitag, 1. Juli 2011

Berlin – In der Diskussion um die Neuregelung der Organspende empfiehlt der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, die mögliche Bereitschaft auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern.

„Das hat gegenüber anderen denkbaren Lösungen den Vorteil, dass die sensible Information über die Bereitschaft zur Organspende verschlüsselt gespeichert werden kann“, sagte Schaar heute in Berlin.

aerzteblatt.de
In Notfallsituationen würden Ärzte und Sanitäter dadurch sofort erfahren, ob jemand ein Organspender sei. Eine zentrale Datenbank wäre damit genauso überflüssig wie ein von jedermann lesbarer Ausweis, der bei Verlust missbraucht werden könnte. © kna/aerzteblatt.de

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remplaçante
am Freitag, 8. Juli 2011, 18:17

Spendebereitschaft

Die Spendebereitschaft kann nur erhöht werden, wenn man konsequent Aufklärung betreibt (DSO, Medien, Aufklärungsarbeit schon an Schulen) und an die Bevölkerung appeliert, sich mit dem Phänomen Hirntod und der Möglichkeit der Organspende auseinanderzusetzen.
Andererseits sollten wir Aerzte dann aber auch konsequent sein und hinterfragen, inwieweit nicht durch permanente Ausweitung der Transplantationsindikationen und den Zwang zu Mindestmengen der Bedarf an Organen in den letzen 10 Jahren geradezu explodiert ist und sich heute Patienten auf den Listen finden, die aufgrund ihres desolaten Zustandes vor Jahren gar nicht erst gelistet worden wären und damit auch nicht für das Argument " x gelistete Patienten sterben pro Tag, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten" herhalten können....
scout
am Freitag, 8. Juli 2011, 14:41

Die Diskussion läuft aus dem Ruder

1) mich stört, daß nicht diskutiert wird, WIE die Spendebereitschaft erhöht werden könnte, bzw wie man die Bereitschaft derjenigen Bürger, die sich jetzt schon dafür entschieden haben, für die Kliniken, die Pat auf der Warteliste stehen haben, besser erkennt und ihnen die potentiell Bereiten schneller zuführt.

2) Baader-Meinhof haben rücksichtslos den Tod Unbeteiligter einkalkuliert bzw. herbeigeführt, gerade auch aus der sozialen "Klasse", für die zu "kämpfen" vorgaben (Kaufhofbrand 1968, Tod des Schleyer-Fahrers Marcisz etc) - ihre Aktivitäten hatten mit kritischem und berechtigtem Aufbegehren gegen "zuviel Staat für mündige Bürger" aber auch gar nichts zu tun. Bitte keine unsinnige Pseudopolitisierung.

mfg scout
Businesspaar
am Freitag, 8. Juli 2011, 10:03

Bloß nicht aufmucken ...

... am besten nach "Bismarckschem Kadavergehorsam" verhalten ... Warum haben sich Baader-Meinhof gefunden????
Senbuddy
am Donnerstag, 7. Juli 2011, 19:45

Öffentlicher Dienst ?

doc.nemo, Sie sind nicht zufällig Beamter ?

Denn die Beamten, die ich kenne, haben immer wesentlich mehr Vertrauen zum Staat als der Rest der Bevölkerung. Und sie fegen Wünsche nach Selbstbestimmung und Privatsphäre auch schon mal mit einem naßforschen "Stellt Euch doch nicht so an" vom Tisch. Immer nach dem Motto: "Ich bin ja auch ein gläserner Bürger, dann sollen die andern das auch ruhig sein. Solche Rechte und Wünsche nach Datenschutz sind doch Kinderkram....".

Aber mal ganz ernsthaft: Gibt es eigentlich noch einen Bereich des Lebens, den in Deutschland nicht irgendein Beamter regelt ? Bei uns ist doch alles sehr überreguliert. Man sagt in Amerika, dass Bill Gates in Deutschland bestenfalls mittlerer Angestellter bei Siemens geworden wäre. Oder nein, vielleicht nicht mal das, eher Bürobote (denn er hat ja nicht zu Ende studiert...). Hier muß halt alles reguliert und registriert und "gemeldet" und eingegrenzt sein. Am besten vom Staat und beim Staat.

Denn Regulieren kann der deutsche Staat - egal welcher Couleur - ja am besten von allen. Und das hat er ja auch in allen Zeiten immer schon gezeigt. Und Regulieren ist doch immer wieder gut. Sonst weiß man ja auch gar nichts mit sich anzufangen. Gell ?

Viele Grüße
S.
doc.nemo
am Donnerstag, 7. Juli 2011, 13:01

Geruhet wohl, Bedenkenträger!

Das Talent der Deutschen, aus allem, aber auch wirklich allem ein anscheinend unlösbares Problem zu machen, ist echt phantastisch!

„...Und Du weißt es nicht, denn Du siehst nicht, was auf der Karte gespeichert ist.“

Natürlich weiß man das! Alles, was auf der Karte gespeichert ist, lässt sich auslesen und anschauen. Wem es wirklich schlaflose Nächte bereiten würde, ob er vielleicht möglicherweise zufällig ungewollt und unwissentlich eventuell fälschlicherweise als Organspender gelistet sein könnte, der kann sich ja beim Hausarzt den Eintrag mal zeigen lassen. Und dann – geruhet wohl, Ihr Bedenkenträger.
Businesspaar
am Donnerstag, 7. Juli 2011, 10:10

Sicherheit?

... sicher ist, es ist eben nichts 100 % ig sicher. Logisch. Wo Menschen "wirken passieren Fehler". Bei so ziemlich jeder OP bestehen mitunter erhebliche Gefahren. Allein deshalb unterlässt aber niemand sinnvolle Eingriffe.
Businesspaar
am Mittwoch, 6. Juli 2011, 09:12

... in welchen Kreisen verkehrt er denn?

... der "Senbuddy" :-))

Steuerfahndung im Haus - das Verhalten und Vorgehen dieser Leute erinnert uns sehr stark an "Gestapo" oder "Stasi" - im Ernst!!!

Ganz schlimm, das sowas in der heutigen Zeit in diesem Land überhaupt möglich ist. B-R-D --- Bananen-Republik-Deutschland

Kann eine Spenderzusage denn nicht auf der Versichertenkarte gespeichert werden? Das sollte doch kein Problem darstellen.





Senbuddy
am Dienstag, 5. Juli 2011, 14:17

Das ist ja gerade das Problem...

Doc.Nemo, das ist ja gerade das Problem:

Dass sich in Behörden keiner wirklich dafür interessiert oder Gedanken darum macht, mit welchen und wievielen persönlichen Daten von Bürgern da "herumhantiert" wird, was damit alles angerichtet werden kann. Und wird ! Einfach durch eklatante Fehlinterpretationen vorhandener Informationen.

Haben Sie schon mal (unberechtigt !) die Steuerfahndung im Haus gehabt ? Dann würden Sie anders reden. Man ist braver und korrekter Steuerzahler und gerät ohne Not ins Visier von naßforschen Leuten, die einem mit sieben Personen morgens um 0500 Uhr ins Haus stürmen und alles durchsuchen. Man wird behandelt wie ein Verbrecher, es werden einem bizarre Anschuldigungen ohne Bezug zur Sache vorgehalten und man hat dann monatelang keine persönlichen Papiere und keinen Computer. Und wenn man dann später auch im Amt verstanden hat, dass das Ganze unberechtigt war, gibt es weder Entschädigung noch Entschuldigung.

Das ist heutzutage Realität.

Und es ist nicht selten. Ich kenne im weiteren Bekanntenkreis allein fünf Fälle (wovon vier absolut unberechtigt waren), bei denen durch Fehlinterpretation von Daten von Behörden solche Schäden angerichtet wurden. Zugeben wird das allerdings kein Amt.

Und wenn so etwas bei den ja noch "relativ korrekt arbeitenden" Finanzbehörden passieren kann, dann möchte ich nicht wissen, was mit meiner Spendenbereitschaft in städtischen Einwohnermeldeämtern alles schief laufen kann. Und welche Folgen das für mich hat.

Haben Sie schon schon mal einen Zweitwohnsitz, den sie nicht mehr haben, aus deren Dateien raus haben wollen (um nicht die in manchen Gemeinden fällige Zweitwohnsitzabgabe zahlen zu müssen) ? Das kann durchaus ein aufwändiger Akt sein, denn der betreffende Zweitwohnsitz kann durch merkwürdige Backups und Quermeldungen von früheren Wohnsitzen wundersam immer und immer wieder auftauchen. Ich finde das sehr bedenklich.

Denn beim Wohnsitz ist es zwar lästig, aber letztlich harmlos. Aber sollen solche Koryphäen tatsächlich die Information verwalten, ob mir oder meiner Familie Organe entnommen werden dürfen ? Na, vielen Dank.

Und dass und wie eklatant in großen Datenmengen fehlinterpretiert wird, das können Sie auch hier im Ärzteblatt lesen: Beachten Sie nur die teilweise haarsträubenden Veröffentlichungen der GKVen im Bezug auf den angeblichen "Ärzteüberschuss".

Da sind die Einwände von "Scout" und "Danke" doch wohl nicht unberechtigt. Und meine auch nicht.

Viele Grüße
S.
doc.nemo
am Dienstag, 5. Juli 2011, 10:31

Du lieber Himmel!

Du lieber Himmel...
...das Finanzamt kennt meine Vermögens- und Einkommensverhältnisse, das Versorgungsamt meine Krankheiten und Behinderungen, das Bauamt Größe und Aussehen meines Hauses, das Verkehrsamt Typ und Leistung meines Autos, das Ordnungsamt meine Verkehrs und sonstigen Rechtsübertretungen, das Gesundheitsamt meine übertragbaren Krankheiten, das Veterinäramt die Anzahl meiner Kühe im Stall, das Forstamt Größe und Lage meines Waldes, das Liegenschaftsamt meinem Grund- und Immobilienbesitz...
... wäre es so schlimm, wenn das Passamt auch noch über meine Organspendebereitschaft Bescheid wüsste?
Ehrlich: keine Sau im Passamt interessiert sich persönlich für meinen Spenderstatus!
scout
am Dienstag, 5. Juli 2011, 08:05

... im Personalausweis ? Und wer fragt mal die Praktiker ?

Grundsätzlich finde ich Spendebereitschaft wichtig und bin selbst auch spendebereit.

ABER - und es ist doch nicht so einfach, wie "Thelber" das sieht:

Wer möchte dem Angestellten auf der Stadtverwaltung erklären, ob er zur Spende bereit ist oder nicht? Da stimme ich "Senbudddy" mit seinen Bedenken zu: diese Spendebereitschaft würde von der Verwaltung (wo man mich je nach Größe der Ortschaft auch kennt) gespeichert - nicht unproblematisch.

Und was wäre, wenn ich es mir nach Abgabe der Erklärung anders überlege? Dann müßte ich zur Stadtverwaltung, einen Termin machen bzw. eine Wartenummer ziehen, und für die Änderung muß ich übermorgen vielleicht eine Gebühr bezahlen ... ???

Und medizinisch: was ist, wenn ich zur Spende nur bestimmter Organe bereit wäre? Wie differenziert könnte das die Stadtverwaltung erfassen?

Zur Praxis: hat eigentlich irgendjemand in Politik/ Verwaltung, der sich (berechtigt) mit dem Thema "Steigerung der Spendebereitschaft" beschäftigt, mal die praktisch Tätigen an der Front gefragt, wie man die Bereitschaft am besten dokumentieren könnte (z.B. Transplantationsärzte bzw. -beauftragte an Kliniken) ??
Senbuddy
am Sonntag, 3. Juli 2011, 15:06

Der gekochte Frosch...

Kann man dann beim Eintrag in den Personalausweis auch seine Auskunft verweigern ? Ich hoffe es, denn mir graust davor, das Bürger auch noch zu diesem sensiblen Thema ausgerechnet von städtischen Angestellten befragt und registriert werden sollen.

Ich möchte lieber überhaupt nicht, dass der Staat (und schon gar nicht Brüssel) so etwas von mir weiß. Und die Krankenkassen eigentlich auch nicht. Nur wenn es denn schon unvermeidbar - weil von allen gewünscht - ist, dann schon eher die. Denn damit gibt es wenigstens nicht wieder nur eine einzige zentrale Riesen - Vorratsdatenbank, sondern die Daten verteilen sich auf mehrere kleinere Speicherorte.

Denn Spendenbereitschaft oder nicht: Das sind Dinge, die eine staatliche Stelle einfach nichts angehen. Genauso wenig wie ich vom Staat befragt werden möchte, ob ich im Zweifelsfalle Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte. Solche Themen sind für Beamte und Politiker tabu !

Der Staat weiß bei uns sowieso schon viel zu viel von uns Bürgern. Und die staatliche Sammel-, Kontrollier-, Speicher- und Überwachungswut wird immer schlimmer. Im freieren Ausland (z.B. in der Schweiz) wird Deutschland schon vielfach als "Überwachungsstaat" gesehen. Man muß nur mal die Tendenz der Zeitungskommentare über Deutschland lesen. Und das ist mir peinlich. Und mir ist es vor allem peinlich, dass es hierzulande so viele Menschen gibt, die das auch noch gut und richtig finden.

Man kann sich doch fragen: Gibt es überhaupt noch etwas von mir, was nicht in einer staatlichen oder halbstaatlichen Datenbank gespeichert ist ? Und man muß sich fragen: Was soll denn noch alles überwacht werden ?

Man bedenke dabei mal, was derzeit schon so passiert: Zum Beispiel das Bankgeheimnis gibt es schon lange nicht mehr. Oder man denke an Datenbanken wie Elena, wo jedes Einkommen, jeder Arbeits- und Altersversorgungsvertrag, und sogar jeder (!!) Krankheitstag jedes einzelnen Angestellten im ganzen Land registriert ist. Oder diese überbordende Vorratsdatenspeicherung, wer wann mit wem telefoniert oder gechattet hat. Oder in manchen Bundesländern das Speichern, wer wann wo gefahren ist (das war mal "einfach so": Computerisierte Nummernschilderkennung am Straßenrand. Man könnte ja mal einen Spitzbuben finden...). Oder gerade in den letzten Wochen dieses "Volkszählen der Hausbesitzer", wo jedes Miet-, Niesbrauchs- oder sonstiges Verhältnis an meiner Immobilie abgefragt wurde.

Ist das nicht langsam etwas viel ? Vor 20 Jahren sind die Leute noch bei Kohls einfachen Volkszählungen auf die Straße gegangen. Und heute ? Das alle muß man doch als Bürger mal merken, muß die Verhältnismäßigkeit mal wieder herstellen und sich die mögliche Zukunft dazu überlegen.

Weil sich das alles sonst "verselbständigt". Mal ein Beispiel: Als vor ein paar Jahren die Zentraldatei zum Melden aller Konten aller Banken eingeführt wurde, wurde den Bürgern von den Polikern erklärt, Kontenabfragen dazu würden "nur in seltenen Ausnahmefällen" und "nur bei Geldwäscheverdacht" vorgenommen. Mittlerweile kümmert es aber keinen Politker und auch keinen Bürger mehr, dass jedes Jahr schon pro Bundesland mehrere hunderttausend Kontenabfragen gemacht werden. Natürlich nicht zur Terrorismusbekämpfung vom Verfassungsschutz. Nein, heute sind es die Steuerbehörden, die das nutzen und zwar zur Überwachung der Steuerpflicht (aber auch das wird ja mittlerweile von vielen als "ethisch richtig" angesehen...). Nur so ist es immer: Wo die Daten einmal da sind, werden auch neue "Begehrlichkeiten" wach. Und die Daten werden immer zu anderen Zwecken als angegeben genutzt. Und das sind Zwecke, die wir womöglich noch gar nicht kennen.

Fakt ist jedenfalls, dass unser staatliches Überwachungsnetz in allen Bereichen des Lebens immer enger wird. Und da unterscheiden sich SPD und CDU/CSU in ihrem Denken und Handeln auch kaum: Es gibt gerade von denen immer mehr Ideen zu Gesetzen, Regeln, Verordnungen und Vorschiften. Und zu immer mehr Dienststellen. Und zu immer mehr Melde- und Genehmigungspflichten. Und zu immer weniger Möglichekiten, sich dem zu entziehen.

Bald soll ich dann womöglich einen Antrag bei der Gemeinde stellen, wenn ich ein paar Freunde treffen will. Und werde dann bestraft, wenn ich´s ohne Genehmigung tue (Ich hoffe, es sind noch alle Leser in der Lage die Ironie in den letzten zwei Sätzen zu erkennen...).

Mir graust vor solchen "großen Koalitionen der Konservativen" wie z.B. derzeit im Bundestag. Da ist es ein Glück, dass es noch Leute wie die Datenschützer gibt. Oder wie den ehemaligen Innenminister Baum (FDP), der gegen die Vorratsdatenspeicherung geklagt hattte. Ich meine Leute, die die individuelle Freiheit und die Privatsphäre des Einzelnen noch für schützenswert halten.

Ansonsten: Kennt jemand das Boiled-Frog-Syndrom ? Wenn man einen Frosch in heißes Wasser setzt, springt er raus. Wenn man das Wasser aber ganz langsam erhitzt, bleibt er sitzen, bis er gekocht ist. Frau oder Herr Thelber, ich finde, es spricht einiges gegen den Eintrag im Personalausweis. Sonst sind wir bald gekocht.

Viele Grüße
S.
Thelber
am Samstag, 2. Juli 2011, 12:59

Und was - um alles in der Welt - spricht gegen den Personalausweis ...

... als Ausweis, auf dem die Bereitschaft zur Organspende EUROPAWEIT gespeichert werden könnte ....

Einen Personalausweis hat JEDER, beim Antrag kann die Frage der Bereitschaft zur Organspende gestellt und die Antwort amtlich bestätigt dokumentiert werden - ganz ohne irgend welchen weiteren Aufwand und mit einer Reichweite, die nahezu jeden potentiellen Organspender zumindest befragt.

Liebe Poli-TIKER, wacht endlich auf und sucht eine einfache, praktikable Lösung, die nahezu jeden Mitbürger erreichen wird !!

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