Kognitive Schäden: FDA warnt vor intra-uteriner Exposition mit Valproinsäure
Freitag, 1. Juli 2011
Rockville/Maryland – Die US-Arzneibehörde FDA rät allen Frauen, die Valproinsäure einnehmen, zu einer zuverlässigen Kontrazeption. Das Anti-Epileptikum ist nicht nur teratogen, wie die Behörde kürzlich festgestellt hatte. Die intra-uterine Exposition gefährdet laut einer aktuellen Mitteilung auch die kognitive Entwicklung des Kindes.
Die neue Warnung gründet sich im wesentlichen auf eine vor zwei Jahren im New England Journal of Medicine (2009; 360: 1597-1605) publizierte prospektive Beobachtungsstudie. Die Neurodevelopmental Effects of Antiepileptic Drugs (NEAD) Study Group hatte 309 Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft unterschiedliche Anti-Epileptika eingenommen hatten, im Alter von 3 Jahren untersucht.
Dabei zeigte sich, dass Kinder, die intra-uterin mit Valproinsäure exponiert waren, mit durchschnittlich 92 Punkten relativ niedrige Werte in der Differential Ability Scale erreichten, einer Art Intelligenztest für Kinder. Die Werte für Lamotrigin (101), Carbamazepin (98) und Phenytoin (99) lagen dagegen im Bereich des Normalwerts von 100 Punkten.
Nach Recherchen der FDA weisen auch andere epidemiologische Studien, die Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren untersucht haben, in diese Richtung. Die FDA rät den Ärzten die mögliche Gefährdung bei der Verordnung von Anti-Epileptika zu berücksichtigen, sprich auf eine konsequente Kontrazeption zu drängen oder anderen Wirkstoffen den Vorzug zu geben.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.