Höchste Masern-Erkrankungsrate seit fünf Jahren
Dienstag, 5. Juli 2011
Köln – Die Masern-Erkrankungsrate hat einen Fünf-Jahres-Höchststand erreicht. Das berichtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf seiner Internetseite unter Berufung auf Daten der Landesgesundheitsämter.
In den beiden südlichsten Bundesländern sind danach seit Anfang des Jahres mehr als 800 Menschen (Baden-Württemberg 495 Fälle, Bayern 322 Fälle) an Masern erkrankt. Auch aus Hessen und Berlin würden neue Erkrankungsfälle gemeldet.
„Im Gegensatz zu früher erkranken jetzt immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene“, sagte Martin Terhardt vom BVKJ, der als niedergelassener Kinder- und Jugendarzt Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin ist.
Das höhere Alter der Neuerkrankten bedeute, dass sich die Masern auch während der Schulferien weiter ausbreiten könnten. Kleinere Kinder seien aufgrund der steigenden Impfquoten im Schul- und Vorschulalter mittlerweile besser geschützt als junge Erwachsene, bei denen es große Impflücken gebe. „Diese Altersgruppen sind schwer zu erreichen, weil sie ihre Gefährdung nicht kennen und nur selten zum Arzt gehen. Insofern ist das eine schwierige Situation für uns“, sagte Terhardt.
Laut BVKJ erlebte nicht nur Deutschland eine Masernepidemie. In Frankreich seien von Januar bis April mehr als 10.000 Menschen erkrankt, sechs Fälle endeten tödlich. Auch Italien und Spanien seien mit rund 1.700 beziehungsweise 1.144 Fällen massiv betroffen.
Ein Informationsblatt für Eltern zum Thema „Masernschutzimpfung bei Kindern“ hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung entwickelt. Patienten erfahren darin, was Masern sind, welche Folgen eine Erkrankung haben kann, wie die Impfung wirkt und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können. Die Kurzinformation steht allen niedergelassenen Ärzten zum Ausdrucken zur Verfügung, damit sie diese den Eltern persönlich aushändigen können. © hil/aerzteblatt.de
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