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Bundesforschungs­ministerium fördert fünf Biobanken

Mittwoch, 6. Juli 2011

Würzburg – In Würzburg wird eine von fünf nationalen Biomaterial- und Datenbanken entstehen. Sie sammeln systematisch Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten und bewahren sie langfristig auf. Die übrigen vier Biobanken entstehen in Aachen, Berlin, Heidelberg und Kiel.

In der Biobank sammeln Mediziner Proben für die Forschung der Zukunft. Denkbar sei zum Beispiel, dass Wissenschaftler in fünf Jahren einen neuen Biomarker entdeckten, der eine Krebserkrankung schon in einem sehr frühen Stadium anzeige.

„Dann können wir die eingelagerten Proben daraufhin untersuchen, ob die Konzentration des Biomarkers mit dem Krankheitsverlauf in Verbindung steht“, erklärte Roland Jahns. Der Herzspezialist hat den Würzburger Antrag auf eine zentrale Biobank federführend koordiniert. Er betonte, sie seien ein „schier unerschöpflichen Schatz für die Gesundheitsforschung“.

In der Würzburger Biobank wollen die Mediziner systematisch Gewebe-, Blut-, Urin- und Speichelproben von möglichst vielen Patienten des Universitätsklinikums sammeln. Voraussetzung ist, dass die Patienten dem zustimmen.

Die Schwerpunkte liegen dabei auf Krebserkrankungen, Herz- Kreislauf-Krankheiten, Stoffwechsel-Krankheiten und neurologischen Erkrankungen, außerdem auf seltenen angeborenen Muskelerkrankungen. Die Proben werden mehrere Jahrzehnte lang in Tiefkühllagern aufbewahrt. Über eine zentrale Datenbank lassen sie sich verschiedenen Krankheitsstadien und anderen Untersuchungsbefunden zuordnen.

„Medizinische Forschungsprojekte bekommen nur auf Anfrage Zugang zu den Proben und Daten – und das selbstverständlich unter Einhaltung der ethischen Standards und datenschutzrechtlichen Vorschriften“, sagte Jahns. Er betonte, generell werde in der Biobank jeglicher Personenbezug unkenntlich gemacht und Probendaten und klinische Daten grundsätzlich getrennt voneinander gespeichert. © hil/aerzteblatt.de

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