Zum Gebrauch von Biomarkern in der Alzheimerdiagnostik
Freitag, 8. Juli 2011
Frankfurt – Der Gebrauch von Biomarkern hilft grundsätzlich, die Früh- und Differentialdiagnose der Alzheimer Demenz (AD) zu verbessern. Jedoch ist die Abnahme, Verarbeitung und Analyse dieser Biomarker noch nicht ausreichend einheitlich standardisiert, was die Ergebnisbeurteilung und die Interpretation zweideutiger oder widersprüchlicher Befunde deutlich erschweren kann.
Das berichtet ein internationales Team von Wissenschaftlern, zu denen auch Harald Hampel aus Frankfurt gehört, in der Zeitschrift Lancet Neurology (2011; 10:598-601). Hampel ist Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
Die AD wird im klinischen Alltag oft zu spät erkannt oder mit anderen, klinisch ähnlich verlaufenden Erkrankungen verwechselt. Eine sichere Frühdiagnostik ist aber wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung der AD-Epidemie. Seit Jahren arbeiten Ärzte und andere Wissenschaftler daher an einer Verbesserung der AD-Diagnostik.
Neue Diagnosekriterien, die vom US-amerikanischen National Institute of Aging und der Alzheimer Association erstellt wurden, tragen jüngsten Fortschritten in der Alzheimerforschung Rechnung. Sie beziehen explizit den Gebrauch von Biomarkern als zusätzliche Methode zur Erhöhung der diagnostischen Sicherheit mit ein.
Die Expertengruppe, deren Mitglied Hampel ist, empfehlen AD-Biomarker für die klinische Diagnostik. Sie sollten jedoch bevorzugt in klinischen Expertenzentren eingesetzt werden, die über die nötige Methodenexpertise, etablierte Standards und ausreichend Erfahrung verfügen.
Denn ausschließlich solche Zentren könnten die notwendigen Standardprozeduren, die Analysequalität und die korrekte Interpretation der Biomarkerbefunde gewährleisten. „Nur so verbessern Biomarker tatsächlich die AD-Diagnose“, hieß es aus Frankfurt.
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