Wann Ärzte auf transösophageales Echo verzichten können
Dienstag, 12. Juli 2011
Köln – Patienten mit einer Staphylococcus-Aureus-Blutstrominfektion können unter bestimmten Umständen auf ein transösophageales Echo verzichten. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Achim Kaasch und Harald Seifert vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Uniklinik Köln in der Zeitschrift Clinical Infectious Diseases (2011: 53:1-9).
Staphylokokkeninfektionen können die Zerstörung der Herzklappen zur Folge haben. Bislang ist eine Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre notwendig, um eine Herzklappenbeteiligung auszuschließen. „Gegenwärtige Empfehlungen infektiologischer Fachgesellschaften sehen vor, bei allen Patienten mit Staphylococcus-Aureus-Blutstrominfektion eine transösophageale Ultraschalluntersuchung des Herzens durchzuführen“, erläutert Kaasch.
Dabei muss der Patient die Ultraschallsonde schlucken, um zu klären, ob die Bakterien sich an den Herzklappen angesiedelt haben. „Diese Untersuchung ist jedoch aufwändig, teuer und für den Patienten höchst unangenehm“, so der Wissenschaftler. Die Forscher aus Köln, Freiburg und den USA konnten anhand klinischer Kriterien Patienten identifizieren, die nicht von dieser Untersuchung profitieren.
Beispielsweise ist ein Schluckecho bei Patienten in der Regel nicht notwendig, wenn kein Herzschrittmacher und keine künstliche Herzklappe vorliegen und das Bakterium nur kurzzeitig im Blut nachgewiesen werden konnte. Ärzte könnten so etwa einem Drittel der Patienten diese Untersuchung ersparen, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
© hil/aerzteblatt.de
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