Newcastle – Asthmapatientinnen erkranken in der Schwangerschaft häufiger an einer Prä-Eklampsie. Auch die perinatalen Risiken für das Kind sind einer Meta-Analyse in BJOG (2011; doi: 10.1111/j.1471-0528.2011.03055.x) zufolge erhöht. Eine wirksame Behandlung scheint das Risiko zu mindern.
Aufgrund der hohen Prävalenz der Erkrankung ist eine Asthmadiagnose während der Schwangerschaft keine Seltenheit. Während die Leitlinien empfehlen, die Therapie, wenn auch unter vermehrter Kontrolle bedarfsgerecht fortzusetzen, ist die Verunsicherung der Schwangeren oft groß, die eine Schädigung des Kindes durch die Medikamente fürchten.
Die mit dem Asthmaanfall verbundene Atemnot kann jedoch ebenfalls schaden. Die Ergebnisse der Meta-Analyse, die Peter Gibson vom Hunter Medical Research Institute in Newcastle/Australien jetzt vorstellt, unterstreichen die negativen Auswirkungen der Erkrankung auf die Schwangerschaft.
Auf der Basis von 40 Kohortenstudien mit circa 1,6 Millionen Teilnehmern kommt Gibson zu dem Ergebnis, dass Asthma-Patientinnen in der Schwangerschaft zu 54 Prozent häufiger an einer Prä-Eklampsie erkranken.
Diese Schwangerschaftskomplikation wirkt sich häufig negativ auf das Kind aus. Dies mag erklären, warum es bei Asthmapatientinnen zu 41 Prozent häufiger zu einer Frühgeburt kommt. Die Kinder haben zu 46 Prozent häufiger ein niedriges Geburtsgewicht und sie sind zu 22 Prozent öfter zu leicht für ihr Gestationsalter (small for gestational age). Alle Assoziationen waren signifikant.
Deutlich schwächer und nicht mehr signifikant waren die Assoziationen jedoch, wenn die Asthmaerkrankung der Frauen behandelt wurde. Die Studie findet deshalb keine Hinweise, dass die Behandlung mit inhalativen Steroiden oder kurz-wirkenden Beta-Agonisten schadet, schreibt Gibson.
Die ärztliche Erfahrung zeigt, dass sich Asthmaerkrankungen bei Frauen während der Schwangerschaft verbessern oder auch verschlechtern können. Die Leitlinien fordern deshalb eine intensive Betreuung, die die Vermeidung von Exazerbationen zum Ziel hat, wobei aber ein unnötiger Einsatz von Medikamenten vermieden werden soll.
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