7.847 News Medizin

Medizin

Feinststaub in Dieselabgasen schaden den Blutgefäßen

Donnerstag, 14. Juli 2011

Edinburgh – Schon die kurzzeitige Inhalation von ungefilterten Dieselabgasen stört bei gesunden Menschen die Funktion der Arterien. Eine European Heart Journal (2011; doi: 10.1093/eurheartj/ehr195) kann dies jetzt auf den Feinststaubgehalt zurückführen, der bei Verbrennung des Kraftstoffs entsteht. Welche Chemikalien verantwortlich sind, ist aber noch ungeklärt.

Frühere Studien haben die Feinststaub-Exposition mit einer erhöhten Rate von Herzinfarkten in Verbindung gebracht. Eine wichtige Quelle von Feinststaub (PM 2,5) sind Dieselabgase. Dieselabgase bestehen aber aus einer Mischung aus Gasen und Feinststäuben und die Rolle der einzelnen Komponenten ist wenig untersucht.

Die British Heart Foundation hatte deshalb eine Studie an 16 gesunden Probanden in Auftrag gegeben. Diese atmeten in einer Testkammer entweder Dieselabgase, gefilterte Dieselabgase, reine Kohlenstaub-Nanopartikel oder saubere Luft ein. Untersucht wurde dies in Tests, die die Reaktionsfähigkeit von Arterien auf einen gesteigerten Blutbedarf untersuchen.

Wie Mark Miller von der Universität Edinburgh und Mitarbeiter berichten, wird diese Reaktionsfähigkeit durch Dieselabgase, nicht aber durch reine Nanopartikel aus Kohlenstaub vermindert. Dies bedeutet zum einen, dass Partikelfilter für Feinststaub im Diesel vermutlich die kardiovaskulären Folgen der Dieselabgase vermindern können.

Andererseits zeigen die Ergebnisse, dass nicht die Größe der Partikel ausschlaggebend ist, sondern vermutlich die chemische Wirkung der einzelnen Inhaltsstoffe. Für Miller sind deshalb die Experimente noch nicht abgeschlossen. Im nächsten Schritt wollen sie nach den chemischen Stoffen suchen, die an den Feinstaub gebunden, für die Schädigung verantwortlich sind. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
7.847 News Medizin

Nachrichten zum Thema

14.05.13
Boston – Nicht nur Lungen und Herz leiden unter den Folgen der Luftverschmutzung. Eine Studie im Journal of Epidemiology and Community Health (2013; doi: 10.1136/jech-2012-202307) zeigt jetzt...
13.05.13
Washington/London – Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (C02) in der Atmosphäre hat den höchsten Stand seit Millionen von Jahren erreicht. Das haben US-Wissenschaftler bei Messungen auf...
10.05.13
Luftverschmutzung fördert Insulinresistenz bei Kindern
Neuherberg – Kinder, die in München und Wesel in der Nähe von viel befahrenen Straßen aufwuchsen, hatten in einer Studie in Diabetologia (2013; doi: 10.1007/s00125-013-2925-x) ein erhöhtes Risiko auf...
03.05.13
Feinstaub beschleunigt Atherosklerose
Seattle – Je mehr Feinstaub sich in der Luft befindet, desto schneller schreitet die Verkalkung der Blutgefäße voran. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie in PloS Medicine...
24.04.13
Kohlekraftwerke haben erhebliche Folgen für die Gesundheit
Berlin – Durch gesundheitliche Schäden als Folge des Betriebs von deutschen Kohlekraftwerken entstehen allein in Deutschland Kosten in Milliardenhöhe. Sie liegen je nach herangezogenen Definitionen,...
09.04.13
Neuralrohrdefekte durch Autoabgase
Palo Alto – Eine hohe Exposition mit Autoabgasen in der Frühschwangerschaft kann das Risiko bestimmter Fehlbildungen erhöhen, berichten US-Forscher im American Journal of Epidemiology (2013; doi:...
05.04.13
„Ich finde die Debatte zu plakativ“
Köln – Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie hat eine Diskussion über die Gesundheitsgefahren durch Kohlekraftwerke ausgelöst. Der Untersuchung zufolge sollen 3.100 vorzeitige Todesfälle in...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in