London – Die bislang größte randomisierte klinische Studie zum Einsatz von Antidepressiva bei Demenzpatienten kommt im Lancet (2011; doi: 10.1016/S0140- 6736(11)60830-1) zu dem Ergebnis, dass Sertralin und Mirtazapin, die beiden am häufigsten angewendeten Mittel, nicht besser wirken als Placebo.
Etwa ein Fünftel aller Demenzpatienten leidet unter Depressionen, eine evidenzbasierte Therapie gab es nach Einschätzung von Sube Banerjee vom King’s College London bislang nicht. Die wenigen Studien zum Einsatz von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) – Trizyklika sind wegen ihrer anticholinergen Nebenwirkungen in dieser Indikation nicht geeignet – hatten nur wenige Teilnehmer und kamen zu keinem eindeutigen Ergebnis.
Die Study of the Use of Antidepressants for Depression in Dementia (SADD) des britischen Gesundheitsdienstes (NHS) sollte endlich eine rationale Grundlage für eine offenbar verbreitete Therapie liefern.
An neun Zentren in England wurden 335 Patienten mit einer Alzheimerdemenz auf die Behandlung mit Sertralin, Mirtazapin oder Placebo randomisiert. Die im Durchschnitt über 80 Jahre alten Patienten hatten eine mäßig schwere Demenz (Mental State Examination, MMSE, median 18) und eine mittelschwere Depression (Cornell scale for depression in dementia, CSDD 12 oder mehr).
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