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Wie Retinoidsäure Nervenzellen wachsen lässt

Mittwoch, 20. Juli 2011

Tübingen – Einen bisher unbekannten molekularen Mechanismus, der für die Wirkung der Retinoidsäure verantwortlich ist, haben Wissenschaftler des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen aufgeklärt.

Das klinisch verfügbare Arzneimittel Retinoidsäure wird bei Verletzungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) eingesetzt und kann das Wachstum von ZNS-Nervenzellen in einer ungünstigen Umgebung anstoßen, wie sie nach einer Rückenmarkverletzung entstehen. Die Wissenschaftler berichten im Journal of Cell Biology über ihre Studie (doi 10.1083/jcb.201102066).

Nach einer Schädigung des ZNS zum Beispiel durch eine Verletzung des Gehirns, des Rückenmarks oder durch einen Schlaganfall, entsteht im Gehirn oder Rückenmark durch Narbenbildung oder durch andere Signale eine für Nervenzellen regenerationsfeindliche Umgebung, die sich auf die Nervenzellen wachstumshemmend auswirken.

Außerdem fehlt den adulten Nervenzellen des ZNS die Fähigkeit nachzuwachsen. Jedoch gibt es Medikamente wie die Retinoidsäure, die bei Verletzungen des ZNS eingesetzt werden und das Wachstum von ZNS-Nervenzellen in dieser regenerationsfeindlichen Umgebung anstoßen können.

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Die Autoren Rhadika Puttagunta und Simone Di Giovanni zeigen in ihrer Studie, dass das durch Retinoidsäure ausgelöste Wachstum von Nervenzellen durch die Bindung der Retinoidsäure an einen Rezeptor namens „RARβ“ erfolgt. RARß kann die Auswirkung von wachstumshemmenden Molekülen offenbar direkt unterdrücken.

Dieser Vorgang ist laut der Arbeitsgruppe von entscheidender Bedeutung für die Überwindung von Signalen, die nach ZNS-Schädigungen wachstumshemmend wirken. © hil/aerzteblatt.de

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