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Struma nodosa: Thyroxin plus Jod verkleinert Knoten

Mittwoch, 20. Juli 2011

Stuttgart – In der Therapie einer Struma nodosa kann eine zusätzliche Jodgabe die Ergebnisse einer Therapie mit L-Thyroxin verbessern. Dies kam in einer randomisierten klinischen Studien im Journal of Clinical Endokrinology & Metabolism (2011; doi: 10.1210/jc.2011-0356) heraus.

An der “Levothyroxin und Jodid bei Struma als Mono- und Kombinationstherapie” oder LISA-Studie hatten 1.024 Patienten mit mindestens einem Schilddrüsenknoten (>1 cm) teilgenommen. In der vierarmigen Studie wurden sie auf eine Therapie mit L-Thyroxin, Jod, einer Kombination beider Mittel oder auf Placebo randomisiert.

Trotz Verblindung der Studie war die L-Thyroxin-Dosis TSH–adaptiert. Angestrebt wurde ein Zielbereich von 0,2-0,8 mU/l. Dadurch sollten Nebenwirkungen der Therapie mit L-Thyroxin, die in der Praxis lebenslang fortgesetzt werden muss, vermieden werden.

Die Dauer der LISA-Studie war auf ein Jahr begrenzt. Primärer Endpunkt war eine Reduktion in der Größe der einzelnen Knoten. Wie die Gruppe um Martin Grußendorf, Endokrinologe aus Stuttgart, berichtet, wurden unter der Kombination die besseren Ergebnisse erzielt.

Die Knoten verkleinerten sich um 17,3 Prozent gegenüber einer Reduktion um 7,3 Prozent unter einer L-Thyroxin-Monotherapie. Unter der Jod-Monotherapie kam es zu einer Reduktion um 4,0 Prozent. Auch die Gesamtgröße der Schilddrüse nahm unter der Kombination stärker ab (minus 7,9 Prozent), der Unterschied zur alleinigen L-Thyroxin-Therapie (minus 5,2 Prozent) war in diesem Endpunkt jedoch nicht signifikant.

Dass Jod die Wirkung von L-Thyroxin verstärkt, ist Grußendorf zufolge überraschend. Denn bisher ging man davon aus, dass der früher vorhandene deutliche Jodmangel in Deutschland inzwischen ausgeglichen sei. Dies scheint jedoch zumindest für das LISA-Kollektiv nicht zuzutreffen.

Die Messung der Jodausscheidung habe eine deutlich niedrigere Jodausscheidung im Vergleich zu aktuellen Zahlen für die deutsche Durchschnittsbevölkerung ergeben, berichtet Grußendorf, der hier weiteren Forschungsbedarf sieht. Er verweist auf neuere Untersuchungen aus den USA, wo trotz ausreichender Zufuhr mit der Nahrung mehr als 25 Prozent der Bevölkerung eine zu geringe Jodausscheidung hätten.

Die LISA-Studie war eine gemeinsame Initiative der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin. Sponsor war der L-Thyroxin-Hersteller Sanofi-Aventis. © rme/aerzteblatt.de

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