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Diskussionen um Feierabendbier

Mittwoch, 27. Juli 2011

Münster – Wer Alkohol in Maßen trinkt, schadet seiner Gesundheit nicht. Darauf haben Ärzte und Wissenschaftler des „International Scientific Forum on Alcohol Research“ hingewiesen und kritisch auf einen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagiert.

Die Alkoholforscher beanstandeten die aus ihrer Sicht einseitige Darstellung des „WHO Global Status Report on Alcohol and Health for 2011“. Richtig sei zwar, dass Alkoholmissbrauch massive gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen habe, so die Ärzte und Wissenschaftler. Andererseits konzentriere sich der Bericht fast ausschließlich auf die negativen Effekte.

zum Thema
„Die WHO verteufelt den Alkoholkonsum geradezu“, sagte Ulrich Keil, Direktor des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Münster. Dabei führten 10 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag nicht nur zu einer verbesserten Lage des Herz-Kreislauf-Systems, sondern zu einer höheren Lebenserwartung insgesamt. Ein Glas Bier oder Wein am Tag beuge vielen Leiden des Alters vor.

„Studien der letzten 30 Jahre haben gezeigt, dass Menschen mit moderatem Alkoholkonsum ein geringeres Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Osteoporose haben als Menschen, die vollständig verzichten“, so der Mediziner. © hil/aerzteblatt.de

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KClemens
am Freitag, 2. September 2011, 15:49

@Kontrabass

Doch KClemens hat die Resolutionen der WHO zum Thema Alkohol (analog zum FCTC) gelesen. KClemens hat auch schon ein italienisches Paper gelesen, das die sinnige Wortschöpfung des "Passivtrinkens" enthält. KClemens hat auch die WHO Resolutionen und Vorschläge zur Adipositas-Epedemie gelesen, in denen gefordert wird, hier die gleiche Strategie zu fahren, damit es zur Ratifizierung einem dem FCTC vergleichbaren Vertrag mit den einzelnen Ländern kommen kann.

Thomas Babor et al. habe ich nicht gelesen. Warum nicht? Ich bin weder Ärztin noch Akademikerin.

Die Wissenschaft hat Alkohol (und Tabak) aber erst in den letzten Jahren als "gefährlichste Droge/Drogen" eingestuft. Es ist z.B. erstaunlich, daß die 3301 Passivrauchtoten, die von Prof. Keil in die Debatte geführt wurden, anscheinend erst in den Jahren nach der Jahrtausendwende von der Wissenschaft "bemerkt" wurden. Jahrzehntelang gab es diese nicht.

Und nun eben der Alkohol, der verteufelt wird. Interessanterweise heben aber alle Maßnahmen nicht auf tatsächlich Alkoholkranke Menschen ab, sondern in der Mehrheit auf die Konsumenten, die eben keinen riskanten Umgang mit Alkohol haben.

Es gibt im Internet so einen "Alkohol-Rechner", damit kann man sich sein eigenes "Gefährdungspotential" berechnen. Ich habe den Test mal gemacht.
Der ist aber von der Fragesstellung her so angelegt, daß jeder einen "riskanten" Alkoholkonsum hat, der nicht total abstinent ist.

Selbst Menschen wie ich, die vielleicht 10x im Jahr überhaupt Alkohol trinken, bekommen dann die Empfehlung sich ärztlichen Rat zu suchen, um den Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen.

Als es um 2000 los ging mit den Rauchverboten habe ich mir Gedanken gemacht, warum das Rauchen im Jahr 200 um so vieles tödlicher sei, als z. B. im Jahr 1990.

Und dann habe ich mich im Internet mal ein wenig auf den Weg gemacht. Da bin ich dann z.B. auf Patente für transgene Tabakpflanzen gestoßen, u.a. für die Pharmaindustrie. Könnte es sein, daß die Raucher aufhören sollen, damit man die Tabakpflanze als Rohstoff für viel kapitalträchtigere Geschäfte nutzen kann, als einfach nur für Tabakprodukte?

Und ich bin auf eine Information gestoßen, in der sich ein Pharmaunternehmen damit brüstet, bei der WHO Tabakkontrolle in Genf nicht nur eine geeignete Repräsentantin unterbringen. Nein, die Kosten für diese Position wurden auch vollkommen von dem Pharmaunternehmen übernommen.

Nachzulesen hier: http://www.essentialdrugs.org/edrug/archive/199905/msg00001.php

Und ist der Gewinn aus roten Trauben für die Pharmaindustrie nicht viel höher, als einfach nur Rotwein (oder Traubensaft) daraus zu machen. Resvreratol ist ja schon Bestandteil von Medikamenten. Seit einiger Zeit ist auch Hopfen für die Pharmaindustrie ein Thema.

Das sind nur meine Gedanken, die niemand teilen muß. Allerdings werde ich immer sehr skeptisch, wenn sich gerade auch Politiker für die Volksgesundheit stark machen.

Die gleichen Politiker interessieren schwerkranke und/oder pflegebedürftige Menschen nämlich nicht mehr die Bohne.
Kontrabass
am Mittwoch, 31. August 2011, 12:40

Gelassenheit

Es freut mich, dass Prof. Keil wenigstens beim Nichtraucherschutz den Durchblick hat. Warum er beim Alkohol versagt, ist sein Problem, aber auch das aller anderen, die durch ihn irregeführt werden.
Dass Alkohol nur ein Problem für Alkoholkranke sei, ist nun wirklich für einigermassen nüchtern denkende Menschen nicht nachvollziehbar. Hat KClemens die Resolution der WHO über eine globale Alkoholstrategie nicht gesehen? Oder das grundlegende Werk von Thomas Babor et al.? Die Wissenschaft hat Alkohol als die gefährlichste Droge eingestuft, wenn ihre Wirkung auf die Gesellschaft mitberücksichtigt wird. Er wird deshalb schon lange auch als unser grösstes sozial-medizinisches Problem bezeichnet.
KClemens
am Samstag, 30. Juli 2011, 09:59

@Kontrabass

Nehmen Sie es gelassen immerhin ist Prof. Keil einer der tragenden Säulen beim Nichtraucherschutz gewesen - im Auftrag derselben WHO.

Und da wir in den vergangenen Jahren gelernt haben, ist der Tabak ja das Schlimmste, was der Menschheit überhaupt je passiert ist, und die Raucher strömen schädlichen "Third hand smoke" aus, dessen Moleküle wie Zecken, ahnungslose Mitmenschen überfallen. Ganz besonders die Kinder.

Alkohol ist ein Problem für Menschen, die alkoholkrank sind. Für alle anderen ist Alkohol ein Genußmittel wie Kaffee. Aber selbst Kaffee ist ja schon in den Fokus der Gesundheitswächter gerückt und wird wie Alkohol, Tabak, Zucker, Fett und Salz schon recht ungeniert als Drogen bezeichnet. Und die Konsumenten dieser Produkte somit in die Nähe von Heroinabhängigen gerückt.

DAS sollte zu denken geben.
Kontrabass
am Donnerstag, 28. Juli 2011, 22:23

Verzweiflungstat

Nachdem die Alkoholindustrie im Rahmen der langjährigen Abklärungen der WHO mit ihren Anliegen nicht durchdringen konnte, versucht sie nun verzweifelt, gegen die lange überfälligen Veröffentlichungen der WHO anzukämpfen. Es ist gut, dass man nun die Namen einiger dieser Wissenschaftler und Institute kennt, die mit diesen verharmlosenden Veröffentlichungen das Image der gefährlichsten Gesellschaftsdroge unserer Zeit zu retten versuchen.
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