Oxford – Die günstige Wirkung einer Hormonbehandlung mit Tamoxifen geht weit über die Behandlungszeit von in der Regel 5 Jahren hinaus. Laut einer neuen Meta-Analyse im Lancet (2011; doi: 10.1016/S0140- 6736(11)60993-8) haben die Anwenderinnen auch noch 10 Jahre nach dem Ende der Therapie ein um Drittel gemindertes Risiko am Brustkrebs zu sterben.
Das „Antiöstrogen“ Tamoxifen ist auch ein halbes Jahrhundert nach seiner Einführung für positive Überraschungen gut. Der heute als „selektiver Estrogenrezeptormodulator“ eingestufte Wirkstoff wird allen Frauen mit hormonpositivem Mammakarzinom empfohlen. Die Wirkung ist durch zahlreiche randomisierte Studien belegt, deren Langzeitergebnisse die Early Breast Cancer Trialists' Collaborative Group (EBCTCG) der Universität Oxford regelmäßig auswertet.
Die jüngste Meta-Analyse basiert auf 20 Studien mit 21.457 Patientinnen mit einem Mammafrühkarzinom, die zu 80 Prozent über 5 Jahre behandelt wurden. Frühere Analysen hatten gezeigt, dass die Einnahme von Tamoxifen während der Behandlungszeit Rezidiven vorbeugt und die Brustkrebssterblichkeit senkt. Diese günstige Wirkung geht über die Zeit der Behandlung hinaus.
Nach den jetzt vorgelegten Zahlen wird das Rezidivrisiko bis 5 Jahre nach Behandlungsende gesenkt. Die Rate Ratio in den 5 Jahren der Therapie betrug 0,53, was in etwa eine Halbierung des Rückfallrisikos anzeigt. In den 5 Jahren nach Ende der Therapie war das Rezidivrisiko um ein Drittel vermindert (Rate Ratio 0,68).
Die positive Auswirkung auf die Brustkrebssterblichkeit war auch 10 Jahre nach dem Ende der Therapie mit einer Rate Ratio von 0,68 noch nachweisbar, und es ist nicht ausgeschlossen, dass die Wirkung noch länger andauert. Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13 Jahren waren allerdings keine längerfristigen Analysen möglich.
Wie zu erwarten, besteht die protektive Wirkung nur für rezeptorpositive Tumore und hier auch nur für die Tumore, die Östrogenrezeptoren exprimieren. Sie war hier abhängig von der Konzentration der Rezeptoren im Primärtumor, ohne dass ein Schwellenwert sicher erkennbar war.
Die protektive Wirkung bestand unabhängig davon, ob die Frauen eine begleitende Chemotherapie erhalten haben oder nicht. Auch das Alter der Frauen spielt keine Rolle. Bei prämenopausalen Frauen ist Tamoxifen damit konkurrenzlos, da die Aromatase-Inhibitoren hier wirkungslos sind. Bei älteren Frauen besteht möglicherweise ein Nachteil, da Tamoxifen das Risiko auf ein Uteruskarzinom erhöht.
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