Medizinischer Fakultätentag für Losverfahren statt Wartezeit
Montag, 1. August 2011
Berlin – Der Medizinische Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland (MFT) empfiehlt, Medizinstudienplätze künftig über ein Losverfahren, an dem jeder Bewerber dreimal teilnehmen kann, zu vergeben. Das betrifft ungefähr 20 Prozent der Studienplätze, die derzeit über eine Wartezeit zugeteilt werden. Die Wartezeit soll dann keine oder nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.
„Die Bewerber profitieren von einer schnellen Entscheidung durch Losverfahren, da die Wartezeit nicht kalkulierbar ist und ein anderes Studium auf die Wartezeit nicht angerechnet werden darf“, erklärte MFT-Präsident Dieter Bitter-Suermann. Die Wartezeit liegt laut MFT derzeit bei mehr als sechs Jahren. Mit einem Losverfahren könnten die Bewerber innerhalb von 18 Monaten Gewissheit erlangen.
„Mit den drei Chancen zu einem frühzeitigen Studienbeginn dürfte dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit des Numerus clausus für Studienanfänger besser entsprochen werden als mit der bestehenden Praxis, die leider eher Aussteiger aus Studium und ärztlicher Praxis produziert“, so der MFT-Präsident Die Absolventen wären zudem jünger und könnten den Arztberuf länger ausüben. © hil/aerzteblatt.de
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