Geriatrie: Stürze, Schlaganfälle und Todesfälle nach SSRI
Mittwoch, 3. August 2011
Nottingham – Die Behandlung von Depressionen mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) geht bei älteren Menschen mit einer erhöhten Rate an Nebenwirkungen einher, darunter Stürze, Schlaganfälle und Hyponatriämien. Bei vielen Wirkstoffen war in einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2011; 343: d4551) auch das Sterberisiko erhöht. Gefährlich waren die ersten vier Wochen nach dem Beginn und dem Ende der Therapie.
Depressionen sind eine häufige Erkrankung im Alter. In Großbritannien werden fast ein Drittel aller Antidepressiva bei älteren Menschen eingesetzt. Die Verordnungen haben in den letzten Jahren zugenommen, da SSRI als besser verträglich eingestuft werden als trizyklische Antidepressiva (Trizyklika). Viele ältere Menschen haben jedoch Komorbiditäten, weshalb die Daten aus randomisierten Studien nicht immer auf die klinische Praxis übertragbar sind.
Die elektronische Erfassung von Patientenakten erlaubt hier eine nachträgliche Kontrolle, die Carol Coupland von der Universität Nottingham jetzt an den Daten der QRESEARCH-Datenbank durchgeführt hat. Die Analyse umfasst 60.746 Patienten im Alter von über 64 Jahren, denen nach einer neuen Episode einer Depression Antidepressiva verordnet wurden: 55 Prozent der Verordnungen entfielen auf SSRI, 32 Prozent auf Trizyklika. Trizyklika wurden zu 70 Prozent in einer Dosierung verordnet, die unter der Hälfte der empfohlenen Dosis lag.
Die niedrige Dosierung mag ein Grund dafür sein, dass die Rate von Nebenwirkungen bei den SSRI, die ja als besser verträglich gelten, höher war. Die zweite Überraschung war, dass diese Nebenwirkungen Ereignisse betrafen, die derzeit nicht mit dieser Medikamentengruppe in Verbindung gebracht werden. Dazu gehört eine erhöhte Rate von Schlaganfällen und Stürzen, während Krampfanfälle und eine Hyponatriämie, die ebenfalls vermehrt beobachtet wurden, in den Fachinformationen von SSRI erwähnt werden.
Auch das Gesamtsterberisiko war erhöht: Von den Patienten, die nicht mit Antidepressiva behandelt wurden, starben im ersten Jahr 7 Prozent. Unter den Patienten, die Trizyklika erhalten hatten, betrug die Sterberate 8,1 Prozent und unter SSRI 10,6 Prozent. Die entsprechenden Prävalenzen für Schlaganfälle betrugen 2,2 Prozent, 2,3 Prozent und 2,6 Prozent und für Stürze 1,8 Prozent, 2,2 Prozent und 2,7 Prozent.
Zunächst einmal muss festgehalten werden, dass die retrospektive Untersuchung von Datenbanken nicht beweisen kann, dass die Ereignisse durch die Medikamente begünstigt wurden, auch wenn das bevorzugte Auftreten in den ersten vier Wochen der Verordnung darauf hindeutet, dass Depression oder Medikationen einen Einfluss hatten. Es bleibt aber möglich, dass SSRI wegen ihrer besseren Verträglichkeit bevorzugt an multimorbide Patienten verordnet werden und die Analyse somit Ursache und Wirkung verwechselt.
Auch für die Tatsache, dass drei SSRI, Trazodon, Mirtazapin und Venlafaxin, in der Analyse besonders ungünstig abschnitten, gibt es nach Ansicht des Editorialisten Ian Hickie von der Universität Sydney durchaus Erklärungen. Venlafaxin werde häufig bei besonders therapie-resistenten Depressionen eingesetzt, was ein Hinweis auf eine extensive Komorbidität sein könne.
Und Trazodon und Mirtazapin würden gerne an Patienten mit Schlafstörungen oder Agitiertheit verordnet, die ebenfalls häufig Symptome schwerer Grunderkrankungen sind. Hinzu kommt, dass auch unter den Trizyklika die Assoziation mit Sterblichkeit, Stürzen, Krampfanfällen und Frakturen mit der Dosierung ansteigt.
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Zur Behandlung von Depressionen möchte ich auch auf die Biblische Krankenheilung (Aufklärung und Beratung) hinweisen. Grundlage sind Aussagen der Bibel. Jesus Christus spricht in Matthäus 11,28: Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch erquicken. Psalm 146,8: Der HER richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Mit guten Segenswünschen Claus F. Dieterle Heilpraktiker / Psychotherapie
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