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Kinderärzte kritisieren familien­feindliche Rahmen­bedingungen

Montag, 8. August 2011

Köln – Die Rahmenbedingungen für Familien in Deutschland hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) kritisiert. „Unseren politischen Entscheidungsträgern gelingt es im Gegensatz zu den Verantwortlichen in einigen anderen europäischen Nachbarstaaten nicht, familienfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann Anfang August. Die Entscheidung, ein oder mehrere Kinder zu bekommen, bedeute in Deutschland weiterhin ein Armutsrisiko.

Er kommentierte damit Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland. Laut Hartmann stellen sie Politik und Gesellschaft ein zweifaches Armutszeugnis aus. Zum einen, weil trotz des hohen Pro-Kopf-Einkommens etwa 2,5 Millionen Kinder in Armut aufwüchsen. Zum zweiten, weil der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an der Gesamtbevölkerung stetig sinke, bis zum Jahr 2030 um weitere 2,3 Millionen von jetzt 15,2 auf 13,1 Millionen.

„Die gegenwärtigen Familiengesetze, die Verteilung der Steuergelder und die aktuellen direkten Fördermaßnahmen schaffen immer noch keinen zuverlässigen Rahmen, in dem Eltern ohne Sorgen ihre Entscheidung für ein Kind treffen“, kritisierte Hartmann. Erst wenn Beruf und Familie selbstverständlich miteinander vereinbar seien, werde es mehr Kinder in Deutschland geben.

Ein besonderes Problem besteht laut Hartmann bei Kindern, die ohne ausreichende familiäre Förderung aufwachsen. „Es gibt keine bundesweiten Vorgaben für strukturierte Förderkonzepte der frühkindlichen Entwicklungsförderung von Kindern aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien sowie aus Familien mit Migrationshintergrund in Kindergärten, um diesen eine ausreichende Entfaltung ihrer sprachlichen, motorischen und sozialen Kompetenzen zu ermöglichen“, kritisierte er. Deutschland könne sich aber „kein einziges Kind erlauben, welches nicht optimal seinen Fähigkeiten entsprechend gefördert und ausgebildet wird“, so der BVKJ-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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Alternativmed
am Dienstag, 9. August 2011, 12:56

Nicht die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist der Schlüssel

sondern die Aufwertung, moralisch und materiell, der Betreuung und Erziehung der Kinder durch die Eltern könnte langfristig dieses Problem der Kinderarmut Deutschlands lösen. Solange die Familie und die Beschäftigung mit den Kindern erst an zweiter Stelle und die materielle Förderung teurer Kinderkrippen vor der eigentlichen Familienförderung steht, wird sich an der Situation wenig ändern.

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