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Welche Fresszellen Amyloid im Gehirn abbauen

Montag, 8. August 2011

Freiburg – Die spezifischen Fresszellen im Gehirn, die den giftigen Eiweißbestandteil Amyloid entfernen, hat eine Arbeitsgruppe um den Freiburger Neuropathologe Marco Prinz entlarvt. Die Entdeckung ist für das Verständnis der Alzheimerkrankheit bedeutsam. Die Studie erscheint im Journal of Neuroscience (doi 10.1523/JNEUROSCI.6209-10.2011).

In Deutschland gibt es etwa 700.000 Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind und jedes Jahr werden rund 120.000 neue Fälle diagnostiziert. Bei dieser Erkrankung sterben die Nervenzellen im Gehirn durch vermehrte Ablagerungen von Eiweißbestandteilen ab. Dieses sogenannte Amyloid wird aus einem Vorläuferprotein gespalten.

Um abgestorbene Nervenzellen aber auch das toxische Amyloid bei Alzheimer abzubauen und aus dem erkrankten Gehirn zu entfernen, gibt es ganze Familie von Fresszellen, die Makrophagen oder Mikrogliazellen.

Die Gruppe von Forschern aus Freiburg, Göttingen, Berlin, Bonn und Leipzig konnte nun im Tiermodell nachweisen, dass vor allem eine bestimmte Population dieser Fresszellen wichtig ist. Entgegen der herrschenden Lehrmeinung waren nicht die Makrophagen im Hirngewebe selbst, sondern diejenigen um die Blutgefäße entscheidend für den Verlauf der Erkrankung und die Menge des abgelagerten Amyloids.

Weiterhin gelang es den Wissenschaftlern zu zeigen, dass diese Fresszellen um die Blutgefäße bestimmte Rezeptoren brauchen, um das Amyloid aufzunehmen und aus dem Hirn zu schaffen. „Unsere Ergebnisse stellen einen Meilenstein für das Verständnis der Alzheimererkrankung dar.

Wenn wir nun wissen, welche Fresszellen entscheidend für den Verlauf der Erkrankung sind, besteht die berechtigte Hoffnung, neue, zellspezifischere und nebenwirkungsarme Therapieansätze zur Behandlung dieser Erkrankung zu entwickeln oder diese zumindest entscheidend abzuschwächen“, sagte Prinz.

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© rme/aerzteblatt.de

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