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Neues EU-Forschungs­vorhaben zu Infektions­krankheiten

Dienstag, 9. August 2011

Brüssel – Ab diesem Herbst wird ein grenzüberschreitendes Konsortium namens „Antigone“ damit beginnen, ein möglichst umfassendes wissenschaftliches Bild des neuen Stamms von Escherichia coli zu erarbeiten, der für den Ausbruch der EHEC-Infektion verantwortlich war. Außerdem soll sich das Konsortium einer Reihe anderer virulenter Krankheitserreger widmen, die eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen könnten.

Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft sagte dazu: „Unser Konzept sieht vor, den Schwerpunkt der Forschung und Innovationsförderung der EU auf die Themen zu legen, die für die Europäer am wichtigsten sind, und da steht Gesundheit natürlich ganz oben auf der Liste.“ Das Forschungkonsortium solle die Fähigkeit Europas stärken, den Ausbruch von Epidemien zu erkennen und darauf zu reagieren.

Antigone (ANTIcipating the Global Onset of Novel Epidemics – Früherkennung des globalen Auftretens neuartiger Epidemien) soll nach derzeitiger Planung 14 Partner aus sieben Ländern vereinen. Ziel des Projekts ist es insbesondere, die Faktoren zu bestimmen, die Viren und bakterielle Erreger dazu befähigen, die Speziesbarriere zu überwinden und so von Tieren auf Menschen überzugehen.

Insgesamt stellt die EU rund 170 Millionen Euro für Forschungsarbeiten zu neu auftretenden Epidemien zur Verfügung. Vor dem Hintergrund der EHEC-Infektion hat die Kommission weitere zwölf Millionen Euro freigegebenen, von denen Antigone finanziert wird.

Für die Erforschung des neuen Stamms von Escherichia coli sollen allein 2,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die EU-Kommission bleibe „wachsam und verpflichtet sich, Lehren aus der Krise zu ziehen, die so viel Leiden verursacht hat“, erklärte Gesundheitskommissar John Dalli.

Durch den EHEC-Keim waren in Deutschland seit Ende Mai 50 Menschen ums Leben gekommen, insgesamt wurden hierzulande mehr als 4.300 Menschen infiziert. Auch aus anderen europäischen Ländern wurden Krankheitsfälle gemeldet, in Schweden starb eine Frau. Als Auslöser wurden Bockshornkleesamen aus Ägypten sowie daraus gezogene Sprossen ausgemacht. © afp/aerzteblatt.de

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