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Es fehlen Ärzte zur Substitutions­behandlung

Freitag, 12. August 2011

Berlin – Auf die Erfolge der Substitutions­therapien Opiatabhängiger hat die Bundes­ärztekammer (BÄK) hingewiesen. „Viele konnten in den zurückliegenden Jahren durch eine Substitutions­behandlung vor dem Tod bewahrt werden.

Häufig wurde der Krankheitsverlauf durch die Behandlung mit Ersatzstoffen stabilisiert“, sagte Frieder Hessenauer, Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz und Vorsitzender des Sucht- und Drogen-Ausschusses der BÄK Mitte August. Nötig seien aber mehr substituierende Ärzte, um den steigenden Bedarf an dieser Behandlungsform zu decken.

Bundesweit sei die Zahl der Substitutionsbehandlungen in den letzten Jahren im Durchschnitt um 40 Prozent gestiegen. Nach den Daten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seien 2003 auf jeden substituierenden Arzt 20 Opiatabhängige entfallen, heute seien es etwa 29 Patienten. Probleme in der Versorgung sieht der Suchtexperte durch das altersbedingte Ausscheiden suchtmedizinisch qualifizierter Ärzte insbesondere in ländlichen Gebieten.

„Dabei stellt die Suchtmedizin eine vielseitige und anspruchsvolle medizinische Tätigkeit dar, zu der man junge Ärzte nur ermuntern kann“, betonte er. Einige Landesärztekammern übernähmen inzwischen die Kosten für den Kurs zum Erwerb der erforderlichen Zusatzweiterbildung „Suchtmedizinische Grundversorgung“.

Ein weiteres Problem sei, dass die Substitutionsbehandlung häufig nicht fortgesetzt werde, wenn der Patient in ein Krankenhaus, Pflegeheim oder eine Haftanstalt komme. Die BÄK habe daher in ihren Richtlinien festgelegt, dass bei einem Wechsel des Patienten in einen stationären Versorgungsbereich oder in eine Haftanstalt die Kontinuität der Behandlung durch die übernehmende Institution sicherzustellen sei. © hil/aerzteblatt.de

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