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Ärztekammer möchte Versorgungs­strukturen intensiver mitgestalten

Dienstag, 16. August 2011

Münster – Die Ärztekammern sollten sich bei der Gestaltung der künftigen Versorgungs­struk­turen intensiver beteiligen können. Das hat der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, in einem Brief an die nordrhein-westfälische Landes­gesundheits­ministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) gefordert.

„Die Zuständigkeiten der Länder werden im geplanten Versorgungsstrukturgesetz ebenso wenig angemessen berücksichtigt wie die Strukturverantwortung der Ärztekammern. Auch die Bundesärztekammer (BÄK) wird in dem Gesetz nur rudimentär einbezogen“, kritisiert Windhorst.

Das Gesundheitssystem steht nach Ansicht des Kammerpräsidenten auf Bundes- und Landes­ebene vor großen strukturellen Herausforderungen, unter anderem wegen des Fachkräfte­mangels in den Gesundheitsberufen und den Auswirkungen des demografischen Wandels. Bei diesen Herausforderungen sehe sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe „mit in der Versorgungs­verantwortung“.

Ein Beispiel sei die Weiterbildung, die wiederum Strukturen etabliere. „Für mich ist dies ein herausragendes Beispiel für die Übernahme von Strukturverantwortung, bei der der Stellenwert der Ärztekammer nicht zuletzt deswegen hoch ist, weil sie alle Versorgungsebenen zielgerichtet zusammenführen kann“, sagte Windhorst.

Aber die Anstrengungen der Kammer, auf Landesebene die Versorgungsstrukturen föderal im Sinne der Menschen vor Ort zu gestalten, werden von der Bundesebene nicht nur nicht berück­sichtigt, sondern sogar „direkt konterkariert“.

Die Politik müsse die Weiterbildungskompetenz der Ärztekammern anerkennen. Ein Weg wäre laut Windhorst die Aufnahme der BÄK als stimmberechtigtes Mitglied in den Gemeinsamen Bundesausschuss. Ein anderer Weg könnte sein, die BÄK in vierseitige Verträge zur Aus­ge­staltung der neuen fachärztlichen Spezialversorgung einzubeziehen, so der westfälische Ärztepräsident. © hil/aerzteblatt.de

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