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USA: Lieferengpässe bei Medikamenten häufen sich

Dienstag, 16. August 2011

Bethesda – Lieferengpässe wie derzeit bei dem Krebsmedikament Doxil® (in Europa Caelyx®) sind in den USA keine Seltenheit. Nach Informationen der American Society of Health-System Pharmacists (ASHP), dem Dachverband der Klinikapotheker hat es im letzten Jahr bei 211 Medikamenten Lieferschwierigkeiten gegeben. Das war die höchste bisher registrierte Zahl und ein deutlicher Anstieg gegenüber 2007 (129 Engpässe) und 2009 (166 Engpässe). In diesem Jahr soll es bereits 180 Engpässe gegeben haben.

In einer Umfrage unter Klinikapothekern, die demnächst im Journal of Health-System Pharmacy (2011; 68: e13) publiziert wird, beklagen sich die Leiter der Klinikapotheken über die schlechte Informationspolitik und die Mehrarbeit, die mit dem Management von Engpässen verbunden ist.

Zwar sind oft nur sehr spezielle Medikamente betroffen. Lieferengpässe bei Dextrose-Spritzen, Adrenalin-Injektionen und Succinylcholin-Injektionen führten jedoch bei 80 Prozent aller Kliniken zu Problemen. Lieferengpässe seien eine „nationale Gesundheitskrise“, schreibt der Vizepräsident Henri Manasse in einer Pressemitteilung, die sich allerdings primär mit den Auswirkungen auf seinen Berufsstand beschäftigt.
 

Die Medien haben das Thema jetzt aufgegriffen. USA-Today liefert zahlreiche Augenzeugenberichte von Patienten, deren Therapie verschoben werden musste. Experten führen die Engpässe auf eine Veränderung in der Formulierung von Medikamenten zurück. Viele neue Wirkstoffe werden in löslicher Form angeboten. Die Haltbarkeit sei begrenzt und die Hersteller könnten sie deshalb nicht auf Vorrat herstellen.

Aber auch die Globalisierung der Arzneimittelproduktion wird beschuldigt. Immer mehr Hersteller greifen auf Rohstoff oder Zwischenprodukte zurück, die in China oder Indien hergestellt werden. In den USA beträgt der Anteil der Importe mittlerweile 80 Prozent. Die langen Transportwege können schnell zu Verzögerungen führen.

Die Endproduktion erfolgt dann oft nur an wenigen Orten oder wie beim Beispiel Caelyx® weltweit in einer einzigen Firma. Wenn es dort zu Problemen im komplizierten Produktionskomplex kommt, kann die Versorgung schnell zusammenbrechen. Auch im Generika-Bereich sind Lieferengpässe möglich, da infolge der zunehmenden Monopolisierung („Konsolidierung“) die Zahl der Produktionsstätten schrumpft.

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© rme/aerzteblatt.de

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Thelber
am Dienstag, 16. August 2011, 20:51

Gewinnmaximierung verträgt eben keine Redundanz.

So einfach ist das - betriebswirtschaftlich gesehen.

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