Müttergenesungswerk sieht politischen Rückenwind für Kuren
Mittwoch, 17. August 2011
Berlin – Das Müttergenesungswerk (MGW) sieht politischen Rückenwind für die Bewilligung von Mutter-Kind-Kuren. Die Praxis der Krankenkassen, solche Kuren zunehmend abzulehnen, sei inzwischen im Bundestag fraktionsübergreifend auf massive Kritik gestoßen, erklärte Geschäftsführerin Anne Schilling heute in Berlin. Mit dieser wichtigen Unterstützung ständen die Entscheidungen der Krankenkassen bei Kuranträgen ab sofort unter Beobachtung und damit stiegen die Chancen für Mütter erheblich.
Das Müttergenesungswerk empfiehlt deshalb erschöpften und kranken Müttern, jetzt einen Antrag auf eine Kurmaßnahme zu stellen. Krankenkassen haben laut MGW vergangenes Jahr rund ein Drittel der Anträge auf eine Mutter-Kind-Kur und damit drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum abgelehnt.
Im Juli hatte der Gesundheitsausschuss des Bundestages seine Unzufriedenheit mit der Bewilligungspraxis der Krankenkassen formuliert und einen fraktionsübergreifenden Entschließungsantrag verabschiedet. Es gebe „deutliche Anzeichen“ dafür, dass es in der Bewilligungspraxis „erhebliche Defizite gibt“, heißt es darin. Die Kassen wurden aufgefordert, bis Ende 2011 die Verfahren transparenter zu gestalten und klare Kriterien für eine Ablehnung zu formulieren.
Mutter-/Vater-Kind-Kuren waren 2007 von Ermessens- in Pflichtleistungen der Kassen umgewandelt worden. Laut Gesundheitsausschuss war die Zahl der Kuren und der Ausgaben der Kassen für diesen Zweck 2007 und 2008 zunächst spürbar angestiegen.
In den Folgejahren seien die Ausgaben dann aber rückläufig gewesen, und zwar im Jahr 2009 um 6,01 Prozent und im Jahr 2010 um 9,22 Prozent, jeweils im Vergleich zum Vorjahr.
© kna/aerzteblatt.de
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