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EHEC-Meldung: Statt Briefpost per E-Mail

Donnerstag, 18. August 2011

Berlin – Als Konsequenz aus der EHEC-Epidemie soll das Meldesystem für ähnliche Fälle verbessert werden. Nachdem Informationen über Krankheitsfälle in der EHEC-Krise teils noch auf dem Postweg übermittelt wurden, soll künftig die Meldung der Ärzte höchstens 24 Stunden dauern. Entsprechende Informationen der Lübecker Nachrichten bestätigte das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag auf Anfrage.

Auch die Übermittlung von den Gesundheitsämtern über die Landesmeldestellen zum Robert-Koch-Institut als der zentralen Bundeseinrichtung zur Krankheitsüberwachung will Minister Daniel Bahr (FDP) deutlich beschleunigen. Sie soll nicht mehr bis zu 16 Tage dauern, sondern nur noch höchstens drei Tage.

Mittelfristig sollen elektronische Meldungen direkt in eine Datenbank einfließen. Dafür will das Ministerium aber zunächst eine Machbarkeitsstudie veranlassen. Bis Ende 2013 soll dazu ein Bericht für Bundestag und Bundesrat vorliegen.

Die Novelle des Infektionsschutzgesetzes soll am 31. August im Kabinett beschlossen werden, wie es weiter hieß. Daneben ist auch eine Änderung des Arzneimittelgesetzes vorgesehen, um im Fall einer Pandemie die benötigten Medikamente schneller zu den Patienten zu bekommen.

Die Gesundheitsministerkonferenz hatte als Konsequenz der EHEC-Epidemie Ende Juni gefordert, die Übermittlungsfristen zu überprüfen und anzupassen. Deutschlandweit waren im Frühjahr 50 Menschen im Zusammenhang mit dem aggressiven Darmerreger gestorben.

Insgesamt wurden 4.321 EHEC-Fälle gezählt. Das Robert-Koch-Institut hatte die Epidemie Ende Juli offiziell für beendet erklärt. © dapd/aerzteblatt.de

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Dieter
am Freitag, 19. August 2011, 10:05

Wo laufen Sie denn? Ja, wo isser denn, der Umschlag?

Deutschland: Wir schreiben das Jahr 2011. Bis auf das flache Land fast überall in den Städten noch ein Briefkasten zu finden. Der Doktor meldet seine meldepflichtigen Infektionen und Medikamentennebenwirkungen in selbst per Hand geschriebenen Umschlägen. Vorher muss er sich jedoch die Briefmarken von der dezentralen Briefmarken-für-Behörden-Verteilungsstelle zusenden lassen. Eine wahre Briefumverteilungsflut zwischen Gesundheitsämtern über die Landesmeldestellen bis hin zum Robert-Koch-Institut und Bundesgesundheitsministerium setzt ein. Dieses informiert die Landesministerien via Gesundheitsministerkonferenz, die kaum weniger chaotisch aufgestellt sein dürfte als die Kultusministerkonferenz, die Deutschland mehr Lehrpläne beschert als der Rest der Menschheit zusammen bekommt. Leider sind schnell die knappen Etats fürs Porto aufgebraucht, auch die Ressourcen für Papier und Umschläge sind nur noch in Bayern und Hessen auseichend, der Bund-Länder-Ausgleich empfiehlt die Schaffung eines eigenen Länder-Länder-Ausgleiches, in dem ganz schnell, manchmal schon in Monaten, die Landesregierungen und deren Parlamente mit 2/3- Mehrheit Entscheidungen treffen können. Ein bisschen vorsintflutliche Mentalität in globalisierten Welten? Na ja, das Problem wird sich lösen: Jede Generation verliert 30% Nachwuchs. Bald schafft sich Deutschland halt eben ab. Das spart Briefmarken und eine Logistik wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten.

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