Eingeloggt als

Suchen in

5.760 News Politik

Politik

Trotz steigender Arztzahlen droht in NRW Ärztemangel

Donnerstag, 18. August 2011

Münster – Im vergan­genen Jahr arbeiteten knapp 34.000 Ärzte in den Kranken­häusern in Nordrhein-Westfalen und damit rund 3,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Innerhalb von zehn Jahren sei die Zahl der Ärzte in Kranken­häusern des Landes um 20 Prozent gestiegen, teilte das Statis­tische Landes­amt Mitte August in Düsseldorf mit.

„Man darf nicht nur die Ärzte, sondern muss auch die Arbeits­stunden zählen“, kommentierte Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Theodor Windhorst, diese Zahlen. Der Umfang der geleisteten Arbeit wachse nicht in gleichem Maße wie die Zahl der Beschäftigten. „Der Anteil der Ärzte, die in Teilzeit arbeiten, wird größer“, betonte er.

Einer der Gründe dafür sei der wachsende Anteil der Ärztinnen in der Patientenversorgung. „Ärztinnen sind oft auf Teilzeitarbeit angewiesen, um Familie und Beruf vereinbaren zu können. Doch auch männliche Mediziner nutzen verstärkt Kindererziehungszeiten und Teilzeitbeschäftigung“, so der westfälische Ärztepräsident.

Arbeit auf mehr Köpfe verteilt
Eine wichtige Rolle spiele auch das seit Januar 2007 geltende Arbeitszeitgesetz, betonte der Marburger Bund (MB) gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Obwohl in den Kliniken weiterhin sehr viel gearbeitet werde, habe das Gesetz die Arbeit auf mehr Köpfe verteilt als dies vor Inkrafttreten des Gesetzes der Fall gewesen sei.

Nach Schätzungen der Ärztekammer Westfalen-Lippe brauche es derzeit rund 1.330 ärztliche Berufsanfänger, um 1.000 aus der Patientenversorgung ausscheidende Ärzte zu ersetzen. „Trotz höherer Beschäftigtenzahlen ist abzusehen, dass in Westfalen-Lippe zurzeit rund 600 Ärzte in den Krankenhäusern fehlen“, sagte Windhorst.

Laut dem Statistischen Landesamt nahm die Zahl der Krankenhäuser in den vergangenen Jahren in NRW um 13 Prozent ab. Hauptgrund dafür seien Fusionen. Beim Pflegepersonal ging die Zahl der Beschäftigten innerhalb von zehn Jahren um etwa 4.000 auf 204.500 zurück.

Die Zahl der Patienten hingegen stieg in diesem Zeitraum um gut neun Prozent auf 4,2 Millionen. Allerdings blieben die Kranken im Durchschnitt nur noch acht Tage im Krankenhaus und damit 2,5 Tage weniger als vor zehn Jahren. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.760 News Politik

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

glanzmann
am Freitag, 19. August 2011, 09:37

Gehalt von Klinikärzten

Ich glaube gern dem Kommentar von Marc. "counting is not easy". Jeder dfefiniert nach seinem Bild das, was dazugehört und was nicht dazugehört und zwar imit oder ohne die der Arbeitszeit, in der nicht gearbeitet aber bezahlt wird.
Zum Kommentar veranlasst hat mich hingegen die Aeusserung von G Baum, nachdem in CH höhere Gehälter (1)bezahlt werden "müssen...wegen der selbstinduzierten" Knappheit(2):
Wenn man das System in einem frenden Land nicht kennt, sollte man sich und vor allem uns solche Kommentare ersparen. Die Gehälter sind in CH generell und nicht nur bei den Aerzten höher und müssen es sein, weil hier weniger über Umverteilung und mehr in Selbstverantwortung finanziert wird. Im Durchschnitt sind deswegen auch die verfügbaren Einkommen seit >10 Jahren gleich oder etwas niedriger als in D (nach Angaben in der NZZ von ca 10 Jahren). Das System funktioniert jedenfalls in ökonomischer Hinsicht besser als in D., wie man zZt mal wieder sieht.
2) Der Hauptfaktor für die Verknappung der Krankenhausärzte in CH liegt daran, dass man hier leider die unsinnigen Arbeitszeitregelungen in D/ EU weitgehend nachvollzogen hat, insofern tatsächlich selbstverschuldet. Ich bin vor etwas mehr als 40 Jahren hierher gezogen und habe es bislang noch nie bereut. Ich bin davon überzeugt, dass bei einem Wegzug der Aerzte aus D oder auch des Pflegepersonals hier kein Versorgungsnotstand etc ausbrechen würde.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste