6.830 News Politik

Politik

Krankenhaus­gesellschaft: Klinikärzte „attraktiv bezahlt“

Donnerstag, 18. August 2011

Berlin – „Attraktiv und gut bezahlt“ sind die Krankenhausärzte in Deutschland im Vergleich zu Ärzten in anderen europäischen Ländern nach Auffassung der Deutschen Kranken­haus­gesellschaft (DKG).

„Die Behauptungen, die Vergütungen deutscher Klinikärzte seien international nicht wettbewerbsfähig, haben keine Grundlage“, sagte deren Georg Baum heute in Berlin.

Er verwies auf zwei Studien der Wirtschafts­prüfungsgesellschaft KPMG und des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), die im Auftrag der DKG das Einkommen von Krankenhausärzten in einer vergleichenden Analyse europaweit ermittelt hatten.

Der Marburger Bund (MB) sehe die Zahlen und ihre Veröffentlichung in Zusammenhang mit den anstehenden Tarifverhandlungen für Ärzte an kommunalen Kliniken und den augenblicklich unterbrochenen Verhandlungen für Ärzte an Universitätskliniken. Das erklärte die Klinikärztegewerkschaft gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Anzeige

Den Studien zufolge erzielt ein deutscher Klinikarzt als Berufseinsteiger direkt nach dem Studium ein jährliches Nettoeinkommen zwischen 28.600 und 34.500 Euro. Die Einstiegsgehälter für Klinikärzte in Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Österreich, Frankreich und Großbritannien lägen zum Teil erheblich darunter.

Ein Oberarzt in Deutschland mit acht bis zwölf Jahren Berufserfahrung rangiere mit einem tariflichen Nettogehalt von bis zu 80.200 Euro pro Jahr im oberen Bereich der europäischen Einkommensskala. Dabei seien Einkünfte aus Nebentätigkeiten wie Begutachtungen oder Praxisvertretungen sowie die Beteiligung an Privatliquidationen noch nicht berücksichtigt.

„Lediglich Länder wie Großbritannien, die Schweiz und die Niederlande, die seit Jahrzehnten für den eigenen Bedarf zu wenige Fachärzte weiterbilden, sind gezwungen, aufgrund der selbstinduzierten Knappheit noch höhere Gehälter für Fachärzte in den Kliniken zu zahlen“, so Baum. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.830 News Politik

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Anton77
am Dienstag, 23. August 2011, 10:22

Witzbold Baum

Sg Herr Baum!
Bitte nennen sie mir eine einzige 40h Stelle mit diesem Nettogehalt. Bei diesen tollen Nebentaetigkeiten waeren wir fast bei 100.000 netto. Nennen sie mir diese Stelle, ich nehme sie....Ich glaube, dass bei solchen Gehaeltern der Aerztemangel in Deutschland nicht vorhanden waere. Ein amüsierter Klinikarzt über diese kabarettistischen Meldungen des Herrn Baum
VSGermany
am Freitag, 19. August 2011, 19:13

Äpfel und Birnen

Liebe Kollegen,
am einfachsten ist, man liest die Studien gleich selber.
Die KPMG-Studie hat ÜBERHAUPT KEINE deutsche Arztgehälter berücksichtigt und die DKI-Studie bedient sich zwar der Datenerhebungsmethode der KPMG-Studie, sie schließt aber einen Vergleich mit den Ergebnissen der KPMG-Studie explizit aus. Die DKI-Studie schaut nach den innerdeutschen Gehaltsunterschieden. Also die wirklich interessante Frage, verdienen deutsche Klinikärzte im Vergleich zu anderen europäischen Ärzten mehr oder weniger wird weder gestellt noch beantwortet!! Man kann sich also einfach ein paar Zahlen aussuchen und irgendwas verkünden je nachdem wie man es gerade braucht.
Hier die Studien:
KPMG:
http://www.dkgev.de/media/file/9957.2011-08-18_KPMG-Studie_Auswertung_oeffentlich_verfuegbarer_Quellen_zu_europaeischen_AErztegehaeltern.pdf

DKI:
http://www.dkgev.de/media/file/9956.2011-08-18_DKI-Studie_Gehaltssituation_deutscher_Krankenhausaerzte.pdf
rostm
am Freitag, 19. August 2011, 17:07

Einfach nur rechnen

TVÄrzte Oberarzt (viele frühere OÄ werden dank MB ja sogar nur als Fachärzte bezahlt!) Monat ca. 6500 brutto. Rel. großzügiger Arbeitgeber gibt noch 2000 monatlich pauschal für Rufbereitschaft. Macht brutto 102000. Lt. überall im Internet abrufbarem Brutto-Nettorechner bleiben Netto ca. 54700 im Jahr, bei LStKl I.
Bei Klasse III ca. 63800
Um auf 80200 zu kommen, fehlen also noch 16200 Euro netto, mit 6 Kindern auf 65700.
Frage an den DKG-Menschen der so gut rechenen kann: wieviel Kinder muss ein Oberarzt haben, um auf den von ihm postulierten Betrag zu kommen?
Bei ca. 320 Euro pro Kind also auf 50 Kinder. Wann bitte soll man die Zeit dafür finden?
doc2011
am Freitag, 19. August 2011, 12:00

Geld

Und was kriegt der Vewerwaltungsdirektor?

Für Unterschriften, Konferenzen, Dienstfahrten??
Unter 130.000,- fängt der nicht an!

Wann wird endlich verstanden, die Eliten- hier Ärzte- ordentlich zu bezahlen?
Claus Kleber vom ZDF bekommt - fürs verlesen von Nachrichten!!!!- mehr als 400.000€ im Jahr!!

Ohne ihn gehts weiter, ohne Ärzte nicht!
ede65
am Freitag, 19. August 2011, 10:28

Geht es nur ums Geld?

Wohl kaum! Es geht um Arbeitszeiten, Wochenstunden, Schichtdienstmodelle, Überstunden und deren Vergütung, Freizeitausgleich für Mehrarbeit, Familie und Beruf, Aus- und Fortbildung, Hierachien, Arbeit im Team, ständige Zunahme nicht ärztlicher Tätigkeiten auf Kosten der Patienten.............. Hier gibt es viele Möglichkeiten die Arbeit in den Kliniken attraktiver und erträglicher zu machen, dann würde das Geld keine so große Rolle mehr spielen.
Senbuddy
am Freitag, 19. August 2011, 10:17

Der Mann ist unseriös

Umd die genannten € 80.200,- Netto auf ein Brutto umzurechnen, kann man überschlägig und beispielhaft rechnen:

ca. € 6.500,- Versorgungswerk (hälftiger Eigenanteil),
ca. € 1.000,- Arbeitslosenversicherung (dito),
ca. € 3.500,- gesetzliche Krankenversicherung (dito)
ca. € 500,- Pflegeversicherung (dito)
(und z.B. 1.500,- betriebliche Altersvorsorge)

Damit kommt man ohne Steuern auf einen Betrag von ca. 93.000,-.

Als Single (Grundtabelle) heißt das vor Abzug von Einkommensteuer und Solidarzuschlag ein Jahresbrutto von über € 140.000,-, als verheirateter (Splittingtabelle) eines von ca. € 130.000,-.

Solche Jahresbruttogehäler als "Beipiel" für Oberärzte mit 8 Jahren Berufserfahrung (und das noch ohne Dienste) anzugeben ist schlicht unseriös.

Der Herr Baum scheint davon auszugehen, dass man fast komplett oder zu großen Teilen steuerfrei ist. Dann kämen seine Angaben der Realität näher.

Oder er weiß nicht den Unterscheid zwischen Brutto und Netto ? Wäre auch vorstellbar. Jedenfalls sollte man Leuten, die so einen Unsinn von sich geben, als seriöses Presseorgan kein Forum geben.

Viele Grüße
S.
Traven42
am Donnerstag, 18. August 2011, 21:13

schlechter Witz

War bis 2009 OA einer NCH Klinik..................... ca 100.000 - 120.000 brutto bei bis zu 15 Hintergrunddiensten monatlich (Maximalversorgung), rechnet das auf die Stunden um und der Klemptner lacht.
Thelber
am Donnerstag, 18. August 2011, 21:00

80.000 € NETTO ??

Diesen Oberarzt möchte ich gerne sehen !!

Ansonsten kann ich mir kauf vorstellen, dass ein Oberarzt neben seinen 40 Wochenstunden (sind das nur so wenig ??) und seinen zusätzlichen Bereitschaftsdiensten noch Zeit hat für Praxisvertretungen ....

Auch diesen Oberarzt möchte ich gerne sehen ....

Mir sehen diese Zahlen nach "hingedrechselt" aus ...
marc
am Donnerstag, 18. August 2011, 19:37

80 000 Euro Netto ?

Diese Zahlen stimmen doch von vorne bis hinten nicht....

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in