Thüringen verstärkt Einsatz im Kampf gegen Ärztemangel
Montag, 22. August 2011
Erfurt – Der drohende Ärztemangel in ländlichen Regionen wird in Thüringen nun auch ein Thema für die Wirtschaftsförderung. Auf Drängen des Sozialministeriums können künftig auch selbstständige Ärzte - außer Zahnärzte -, ein zinsgünstiges Darlehen aus dem Thüringen-Dynamik-Programm erhalten, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Sonntag.
Voraussetzung sei, dass sie sich in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebieten niederlassen und die vertragsärztliche Versorgung sichern. Sozialministerin Heike Taubert (SPD) sprach von einem weiteren Schritt, die ärztliche Versorgung der Thüringer Bevölkerung zu sichern.
Das Programm wird darüber hinaus jedoch auch wegen der anhaltend hohen Nachfrage nach Investitionsförderung ausgeweitet. Dazu seien die Konditionen des Darlehensprogramms verbessert worden.
Zugleich verwies Machnig darauf, dass die Bedeutung dieser sogenannten revolvierenden Fonds zunehmen werde. Daher sei das Programm ein weiterer Schritt „vom Abfluss- zum Kreislaufprinzip in der Wirtschaftsförderung“.
Über das Programm stünden rund 120 Millionen Euro zur Verfügung. Die Tilgung der Förderung fließe in den Fonds zurück. Dies sei gerade mit Blick auf die sinkenden EU- Mittel nach 2013 wichtig.
Das Förderprogramm bietet den Angaben zufolge kleinen und mittleren Unternehmen und Selbstständige zinsgünstige Darlehen von bis zu zwei Millionen Euro. Mit der Anpassung wurde zugleich die maximale Laufzeit auf 20 Jahre verdoppelt. Zudem wurde der Kreis der Antragsteller auch auf Unternehmen des Verkehrsgewerbes und der Recyclingbranche ausgedehnt. Die Änderungen gelten seit Monatsbeginn.
© dapd/aerzteblatt.de
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