Augenärzte empfehlen Sonnenbrillen zur AMD-Prophylaxe
Montag, 22. August 2011
München – Die Augen an sonnigen Tagen mit einer Sonnenbrille zu schützen, empfiehlt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Neue Untersuchungen zeigten, dass Sonnenlicht Krankheitsprozesse auf der Netzhaut fördere, die zur altersbedingten Makuladegeneration (AMD) führen könnten, so die Fachgesellschaft. Die DOG bezog sich mit seiner Empfehlung auf eine Veröffentlichung in den Klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde (doi 10.1055/s-0029-1245892).
Nach dem grauem Star und dem Glaukom ist AMD die dritthäufigste Ursache für Sehbehinderungen. Betroffen ist auf der Netzhaut die Zone des schärfsten Sehens. Dies führt dazu, dass viele Betroffene Details zunehmend schlechter erkennen. Kennzeichnend für die Krankheit sind Schäden in einer Zellschicht der Netzhaut, dem retinalen Pigmentepithel (RPE).
Bei der feuchten AMD wachsen Blutgefäße in die Netzhaut ein und schädigen die Funktion der Sehzellen. Vom Sehfeld bleibt mitunter nur noch ein Rest an dessen äußerem Rand. Als Folge dessen kann es bis zur Erblindung kommen.
In der zugrundeliegenden Studie untersuchte eine Arbeitsgruppe um Marcus Kernt von der Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München den Einfluss von Sonnenlicht auf die Netzhaut unter Laborbedingungen. Hierfür bestrahlten die Wissenschaftler retinale Pigmentepithelzellen mit weißem Licht. Im Rahmen der Studienbedingungen kam es schon nach 60 Minuten zum deutlich vermehrten Zelluntergang.
„Die durch Licht induzierten Veränderungen sind mit denen, die nach der Behandlung mit Wasserstoffperoxid auftreten, vergleichbar“, erläuterte der Forscher. Es komme zum programmierten Zelltod, der Apoptose. Grund hierfür sei eine vermehrte Bildung des sogenannten BAX-Proteins. Die Konzentration des Proteins Bcl-2, das die Apoptose verhindere, sinke dagegen. Die Experimente zeigen laut den Wissenschaftlern, dass Licht die gleichen Schäden auslöst.
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