Köln – Das Chronikerprogramm (Disease Management Programm, DMP) zum Typ-1-Diabetes entspricht weitgehend den Empfehlungen der aktuellen Leitlinien zum Thema. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Leitlinienrecherche zum Thema. Die IQWiG-Wissenschaftler untersuchten insgesamt 23 deutsche und internationale Leitlinien, die Empfehlungen zur Behandlung von Typ-1-Diabetes enthalten.
Inhaltliche Widersprüche zu den Anforderungen des DMP gibt es danach keine. „Patienten mit Diabetes-Typ-1 können also sicher sein, dass das derzeitige DMP in allen wesentlichen Punkten dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens entspricht“, sagte der IQWiG-Leiter Jürgen Windeler.
Allerdings fanden sich in den Leitlinien zu insgesamt acht Themenbereichen Empfehlungen, aus denen sich nach Prüfung und Diskussion Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf des deutschen DMP Diabetes-Typ-1 ergeben könnte.
So empfehlen Leitlinien ein höheres Niveau des Blutzuckerspiegels bei Patienten, bei denen gehäuft Unterzuckerungen auftreten, sowie Ernährungsberatung und -therapie. Beides ist in der Rechtsverordnung zum DMP Diabetes-Typ-1 bisher nicht enthalten. Und während letztere derzeit nur die Diagnostik und Behandlung der diabetischen Retinopathie erwähnt, enthalten Leitlinien darüber hinaus Empfehlungen für die Therapie des klinisch relevanten Makulaödems.
Diese drei genannten Aspekte der Behandlung könnten künftig zusätzlich im DMP berücksichtigt werden, hieß es aus dem IQWiG.
Die IQWiG-Wissenschaftler haben bei ihrer Analyse die Inhalte des DMP mit aktuellen Leitlinien verglichen. Die Quellen der Empfehlungen haben sie allerdings nicht nochmals überprüft. Darin unterscheiden sich die Leitlinienbewertungen von den Nutzenbewertungen des Instituts.
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