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Zahl der Sterbehilfe-Fälle in Belgien steigt

Dienstag, 23. August 2011

Brüssel – Bei der aktiven Sterbehilfe in Belgien wird 2011 voraussichtlich erstmals die Schwelle von 1.000 registrierten Fällen pro Jahr überschritten. Von der Möglichkeit, lebensbeendende Maßnahmen zu erhalten, machten vor allem Männer Gebrauch, berichtete die Zeitung Le Soir am Dienstag.

Drei Viertel der Fälle beträfen Menschen über 60 Jahre. In mehr als 90 Prozent wäre laut den ärztlichen Meldungen der natürliche Tod auch ohne Sterbehilfe in kurzer Frist eingetreten. 2010 waren 954 Fälle aktiver Sterbehilfe in Belgien registriert worden. 

Der Zeitung zufolge werden mehr als vier Fünftel der Sterbehilfe-Meldungen auf Niederländisch verfasst. Dies könne bedeuten, dass die französischsprachigen Ärzte entweder weniger Sterbehilfe praktizierten oder dass sie die Fälle weniger häufig meldeten, obwohl sie dazu verpflichtet seien. Niederländisch wird im nördlichen Landesteil Flandern gesprochen, Französisch im südlichen Landesteil Wallonie. Die Hauptstadtregion Brüssel ist zweisprachig.

Sterbehilfe werde in rund der Hälfte der Fälle in der Wohnung des Patienten oder im Altersheim geleistet. In mehr als vier Fünftel aller Fälle akzeptiere die Aufsichtskommission die Meldungen der Ärzte ohne weitere Nachfrage. Nach Angaben der Zeitung nahm die Zahl der Sterbehilfe-Fälle seit der Legalisierung im Jahr 2002 kontinuierlich zu. © kna/aerzteblatt.de

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