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Krebs: Häufige Unfälle mit Zytostatika im ambulanten Bereich

Dienstag, 23. August 2011

Ann Arbor – Eine versehentliche berufliche Exposition mit aggressiven Wirkstoffen der Krebschemotherapie ist offenbar keine Seltenheit. In einer Umfrage aus den USA in BMJ Quality and Safety (2011; doi: 10.1136/bmjqs-2011-000178) gaben 17 Prozent der Pflegerinnen aus ambulanten Einrichtungen an, dass Haut oder Augen im vergangenen Jahr mit Chemotherapeutika in Berührung kamen.

In den USA werden 84 Prozent aller intravenösen Krebs-Chemotherapien ambulant durchgeführt. In den meisten Fällen wird die Applikation an das Pflegepersonal delegiert. Die häufige Exposition im ambulanten Bereich überrascht Studienleiter Christopher Friese von der Universität von Michigan in Ann Arbor.

Er vermutet, dass das Personal entweder unachtsam ist oder sich der Risiken einer unbeabsichtigten Exposition nicht bewusst ist. Viele Wirkstoffe könnten das Nervensystem schädigen oder die Fruchtbarkeit herabsetzen, schreibt er. Auch das Risiko von Blutkrebs sei möglicherweise erhöht. Ob dies zutrifft, ist allerdings unklar. Anders als bei Nadelstichverletzungen gibt es allerdings keine Untersuchungen, die eine quantitative Risikoeinschätzung ermöglichen. © rme/aerzteblatt.de

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