Hamiltion/Ontario/ Tübingen – Ein internationales Forscherteam hat auf einem historischen Pestfriedhof in London, wie sie schreiben, zweifelsfreie Belege dafür gefunden, dass Yersinia pestis tatsächlich der Erreger des Schwarzen Todes war. Für die außergewöhnliche Virulenz des Erregers liefert ihr Bericht in den Proceedings of the National Academy of Sciences (2011, doi: 10.1073/pnas.1105107108) vorerst aber keine Erklärung.
Dass das gramnegative Stäbchenbakterium, das Alexandre Émile Jean Yersin 1894 entdeckt hat und das heute nach ihm benannt ist, wirklich der Erreger der historischen Pest ist, wurde in den letzten Jahren in Zweifel gezogen. Y. pestis ist sicherlich nicht ungefährlich und eine Infektion kann auch in der Antibioka-Ära tödlich verlaufen. Nicht umsonst stuft die US-Regierung Y. pestis als biologischen Kampfstoff der Kategorie A ein.
Dass das Bakterium jedoch in weiten Teilen Europas in nur fünf Jahren (1348 bis 1353) ein Drittel der Bevölkerung weggerafft hat, trauen viele Experten dem Bakterium schlichtweg nicht zu. Einige Wissenschaftler spekulierten, dass ein Filovirus vom Kaliber Ebola oder Marburg-Virus oder ein unbekannter Erreger für den Schwarzen Tod verantwortlich gewesen sein müsse – auch wenn die historischen Berichte von Lungen- und Beulenpest durchaus mit dem heutigen Krankheitsbild von Y. pestis-Infektionen übereinstimmen.
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| Grafik: Roger Zenner |
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