Ausland

Großbritannien: Keine strafrechtliche Verfolgung nach Beihilfe zur Selbsttötung

Montag, 5. September 2011

London – In Großbritannien ist laut einem Bericht der Tageszeitung The Times vom Montag kein einziger der rund 30 gemeldeten Fälle von Beihilfe zur Selbsttötung juristisch verfolgt worden.
Im Februar 2010 hatte die britische Staatsanwaltschaft neue Richtlinien zum Umgang mit solchen Fällen verabschiedet; zu strafrechtlichen Konsequenzen für die betreffenden Freunde und Angehörigen der Getöteten habe dies jedoch noch nicht geführt, berichtet die Zeitung. 

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, die Zahlen bedeuteten weder eine Abschwächung bisheriger Praxis noch eine generelle Politik der Nichtverfolgung. „Unsere Leitlinien bieten klare Koordinaten für Kläger, zu entscheiden, welche Fälle vor Gericht zu bringen sind und welche nicht“, so der Sprecher wörtlich. Weder öffneten sie die Tür für Euthanasie, noch werde der Willen des Parlaments untergraben. 

Beihilfe zum Suizid ist in England ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann. Obwohl mehr als 100 todkranke Briten in den vergangenen zehn Jahren ihr Leben in ausländischen Kliniken beendeten, wurde niemand wegen Sterbehilfe strafrechtlich verfolgt.

2008 scheiterte die schwer kranke Britin Debbie Purdy (45) mit einem Gesuch zur gesetzlichen Klärung. Sie wollte Straffreiheit für ihren Mann erreichen, wenn er Beihilfe zum Selbstmord leiste. Der Oberste Gerichtshof wies das Anliegen zurück. © kna/aerzteblatt.de

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