Ausland

Starker Anstieg der Sterbe­hilfe-Meldungen in den Niederlanden

Montag, 5. September 2011

Den Haag – Die Zahl der Sterbehilfefälle in den Niederlanden ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. 2010 seien 3.136 Fälle aktiver Sterbehilfe gemeldet worden, berichten niederländische Medien unter Berufung auf den Jahresbericht der Aufsichtskommission.

Das seien 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Gründe für den Anstieg seien nicht bekannt. In fast allen Fällen hätten die Ärzte gemäß den Vorschriften gehandelt, so die Kommission. Neun Fälle seien aber an die Justizbehörden weitergeleitet worden.

Laut den Berichten gab es 2010 einen starken Anstieg bei Patienten, die bei beginnender Demenz um Sterbehilfe nachgesucht hätten. Die Zahl solcher Fälle sei von 9 im Jahr 2009 auf zuletzt 25 gestiegen.

In den Berichten hieß es weiter, Ärzte legten die gesetzliche Vorschrift, aktive Sterbehilfe nur bei einer medizinisch klassifizierten Krankheit zu gestatten, immer weiter aus. So würden inzwischen nicht mehr nur lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs, sondern auch Altersleiden wie Taubheit oder Blindheit als Grund für Sterbehilfe akzeptiert.

Nach dem 2002 in Kraft getretenen Sterbehilfegesetz dürfen Ärzte straffrei an der Lebensbeendigung von unheilbar kranken und unerträglich leidenden Patienten mitwirken, wenn diese darum bitten und mindestens ein anderer Arzt zurate gezogen wurde. Die Prüfungskommissionen bestehen jeweils aus einem Juristen sowie einem Arzt und einem Ethiker. © kna/aerzteblatt.de

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