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Legionellosen und Listeriosen unter TNF-Blockertherapie

Freitag, 9. September 2011

Rockville – Berichte über schwere Infektionen mit Legionellen und Listerien veranlassen die US-Arzneibehörde FDA zu einem Warnhinweis. Der Tumornekrosefaktor alpha (TNF) ist ein wichtiger Signalstoff bei lokalen und systemischen Entzündungen.

Seine Blockade hat sich bei mehreren Autoimmunerkrankungen als wirksam erwiesen, es besteht jedoch die Gefahr, dass dem Immunsystem die Abwehr von Krankheitserregern entgleitet. Das mögliche Infektionsrisiko nimmt deshalb breiten Raum in den Fachinformationen ein.

Legionellen gehören derzeit nicht zu den genannten Krankheitserregern. Die Datenbank ARES (Adverse Event Reporting System) der FDA verzeichnet für die Jahre 1999 bis 2010 80 Berichte über Patienten, die unter der Therapie mit den TNF-Blockern Infliximab, Adalimumab, Etanercept und Golimumab eine Legionella-Pneumonie entwickelten.

Die Patienten waren im Durchschnitt 56 Jahre als (25 bis 85 Jahre), und die häufigste Indikation für den Einsatz der Medikamente war die rheumatoide Arthritis (65 Prozent). Die mediane Behandlungsdauer bis zum Eintritt der Pneumonie betrug 10,4 Monate (<1 bis 73 Monate).

In 30 der 80 Fälle wurden die Legionelleninfektionen durch Laboruntersuchungen bestätigt. Viele Patienten hatten nach Auskunft der FDA weitere immunsupprimierende Medikamente wie Methotrexat oder Kortikosteroide, allein oder in Kombination, erhalten. Es habe 14 Todesfälle in der Fallserie gegeben, teilt die FDA mit. Eine Literaturrecherche der Behörde ermittelte 23 weitere Erkrankungen, von denen 3 tödlich endeten.

Auch Infektionen mit Listeria monocytogenes sind für Patienten, die mit TNF-Blockern behandelt werden, eine tödliche Gefahr. Die Literaturrecherche der FDA ermittelte 26 Patienten, die unter der Behandlung mit TNF-Blockern an Meningitis, Bakteriämie, Endophthalmitis und Sepsis erkrankten.

Hier gab es sieben Todesfälle. Viele Patienten hatten gleichzeitig weitere immunsupprimierende Medikamente erhalten. Weitere tödliche Infektionen sind der FDA zufolge in Phase 2- und Phase 3-Studien aufgetreten oder in der Anwendungsbeobachtung (Post-marketing surveillance) beobachtet worden. © rme/aerzteblatt.de

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