Gesundheitsministerium will Mittel zur Aidsprävention kürzen
Freitag, 9. September 2011
Daniel Bahr /Gebhardt
Berlin – Der Bundestag hat sich gestern in erster Lesung mit dem Haushaltsplan des Jahres 2012 befasst. Von den 306 Milliarden Euro, die im kommenden Jahr zur Verfügung stehen sollen, fließen 14,48 Milliarden Euro in den Gesundheitsetat. Im Vorjahr waren es 15,8 Milliarden Euro.
14 Milliarden Euro des Gesamthaushalts, und damit 700 Millionen mehr als im vergangenen Jahr, sollen in den Gesundheitsfonds fließen.
Die zwei Milliarden Euro Liquiditätsreserve, die im letzten Jahr noch vorgehalten wurden, sind für 2012 nicht vorgesehen. Die zusätzlichen 700 Millionen Euro sind für den Sozialausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeplant, aus dem Geringverdiener für die Bezahlung eines Zusatzbeitrags bezuschusst werden.
Insgesamt beläuft sich der Kernetat für den Gesundheitsbereich somit auf knapp 483 Millionen Euro, wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) gestern bei der Diskussion des Gesundheitshaushalts im Bundestag erklärte.
Bahr wies darauf hin, dass auch für 2012 der Etat für Aufklärungsarbeit zur Organspende in der Bevölkerung 2,5 Millionen Euro betrage. Für den Bereich der Forschung seien 25 Millionen Euro eingeplant, für Aufklärungsmaßnahmen auf dem Gebiet der sexuell übertragbaren Krankheiten zwölf Millionen Euro. „Wir dürfen beim Thema HIV/Aids nicht nachlassen. Diese Erkrankung darf nicht in Vergessenheit geraten“, forderte Bahr.
Im letzten Jahr stellte das BMG jedoch noch 13 Millionen Euro zur Verfügung. Der Etat für die Bekämpfung von HIV/Aids in Zusammenarbeit mit Osteuropa wurde gestrichen. Kürzungen gefährdeten nicht nur die Erfolge der Prävention in Deutschland, sie seien auch ökonomisch kurzsichtig, da Einsparungen von heute später zu einem hohen Preis bei der Versorgung der Kranken führten, kritisierte die Deutsche Aids-Hilfe.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.