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EHEC-Krisen­management war gut – aber Verbesserungen möglich

Dienstag, 13. September 2011

Berlin – Das Krisenmanagement während der EHEC-HUS-Epidemie war grundsätzlich zügig und effektiv, dennoch gibt es Raum für Verbesserungen. Das ist das grundsätzliche Ergebnis einer Diskussionsrunde, zu der die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie eingeladen hatte.

 

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Teilnehmer waren neben Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) Karl Lauterbach, Gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch Instituts (RKI), Ute Teichert-Barthel, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, sowie Reinhard Brunkhorst, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, und Ulrich Frei, Kongresspräsident des Nephrologiekongresses und Ärztlicher Direktor der Charité Berlin.

Die Diskussionsteilnehmer hoben besonders das Engagement der Nephrologen hervor, die binnen Stunden über die Infrastruktur ihrer Fachgesellschaft ein Netzwerk schafften, um Personal in die Krisenregion abzusenden, Apharesekapazitäten zu erweitern und Patienten an Zentren mit freien Kapazitäten zu überweisen. Zudem wurde innerhalb von wenigen Tagen ein onlinebasiertes EHEC-HUS-Register eingerichtet, dessen wissenschaftliche Auswertung hilfreiche Aufschlüsse zur bestmöglichen Behandlung von EHEC-HUS geben wird. 

„Es war beispielhaft, wie die Krise mit der Fachgesellschaft aufgearbeitet wurde“, sagte Lauterbach. Auch Bahr dankte der DGfN und hob in seinem Abschluss-Statement hervor, dass es das Engagement von Fachgesellschaften sowie Einzelner in solchen Situationen brauche, da die Politik häufig längere Entscheidungswege habe.

Diese Entscheidungswege waren der Hauptkritikpunkt der Runde. Besonders die Meldewege der Gesundheitsbehörden seien im Rahmen eines Epidemiegeschehens zu lang. Konkret haben Gesundheitsämter bis zu zehn Tagen Zeit, um Fälle an das RKI zu melden. 

Brunkhorst und Lauterbach sprachen sich für eine Verschlankung dieser Meldewege in Krisensituationen aus und argumentierten, dass in solchen Situationen die Gesundheitsämter die festgelegten Meldeinstanzen nicht durchlaufen, sondern auch eine direkte Meldung an das RKI erfolgen sollte. Beide wiesen aber ausdrücklich darauf hin, dass die Einrichtung einer Superbehörde wie das Centers of Disease Control and Prevention nach amerikanischen Vorbild nicht von Nöten sei.

Die DGfN plant nun, ihre in der EHEC-Krise gewonnen Erfahrungen für andere nutzbar zu machen. Sie will dazu eine internetbasierte Krisenplattform einrichten, die im Falle von Epidemien eine Infrastruktur bietet, die Medizinern eine schnelle Kommunikation und gezieltes und abgestimmtes Handeln ermöglicht. © hil/aerzteblatt.de

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