Deutschland hinkt bei Bildungsausgaben hinterher
Mittwoch, 14. September 2011
Berlin – Investitionen in Bildung lohnen sich nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die öffentlichen Haushalte. In Deutschland ist der öffentliche Nutzen sogar besonders hoch: Der öffentliche Ertrag aus der Hochschulbildung liegt bei durchschnittlich 170.000 Dollar pro Person. Dieser Wert ist annähernd doppelt so hoch wie der OECD-Durchschnitt von rund 91.000 Dollar. Dabei stehen etwa 42.000 Dollar an Investitionen oder entgangenen Einnahmen etwa 210.000 Dollar an späteren öffentlichen Einnahmen gegenüber.
Dies ist eines der Ergebnisse der Studie „Bildung auf einen Blick“, welche die Bildungssysteme der 34 Mitgliedstaaten der OECD miteinander verglichen hat. Allerdings liegen die Bildungsausgaben in Deutschland mit 10,4 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben laut Studie unter dem internationalen Durchschnitt.
„Licht und Schatten“ sieht der Präsident des Deutschen Studentenwerkes, Rolf Dobischat, in der Studie. „Dass die Studierenden- und die Absolventenzahlen in Deutschland steigen und ein Hochschulabschluss eine hohe Bildungsrendite abwirft, ist erfreulich und wichtig, wenn man Bildungsrepublik sein will“, sagte er.
Aber die Zahlen stiegen schon allein wegen geburtenstarker Jahrgänge sowie der doppelten Abiturjahrgänge, das sein noch kein Qualitätsmerkmal. Er kritisierte, ob jemand in Deutschland studiere oder nicht, hänge weiterhin entscheidend vom sozialen Hintergrund ab.
Von 100 Akademiker-Kindern studierten 71, von 100 Kindern aus Nicht-Akademiker-Familien aber nur 24. „Das deutsche Hochschulsystem ist nach wie vor sozial hochgradig selektiv“, so der DSW-Präsident.
© hil/aerzteblatt.de
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