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Neue Erkenntisse zur Wirkungsweise von Dopamin

Mittwoch, 14. September 2011

San Francisco Prozesse, in die Dopamin involviert ist, haben Wissenschaftler um Anatol Kreitzer von den Departments of Physiology and Neurology der University of California in San Francisco identifiziert. Sie hoffen damit auf einen neuen Forschungsansatz gegen Parkinson. Ihre Ergebnisse sind in der Zeitschrift Neuron erschienen (doi:10.1016/j.neuron.2011.06.035).

Im Gehirn ermöglicht die Zusammenarbeit so genannter Projektionsneurone, auch medium spiny neurons (MSN) genannt, komplexe Körperbewegungen. Während die eine Hälfte der Zellen inhibierend wirkt, sorgt die andere Hälfte für eine Aktivierung.

Bislang dachte man, Dopamin sorge für ein Gleichgewicht zwischen den inhibierenden und aktivierenden Neuronen. Eine Verminderung des Botenstoffes führe dann zu unkoordinierten Bewegungen. Die Wissenschaftler untersuchten diese These in ihrer Studie. Sie entfernten Dopamin aus den Gehirnen von Labormäusen und beobachteten anschließend die Veränderungen. 

Genau wie beim Menschen zeigten sich auch bei den Mäusen Parkinsonsche Symptome wie Tremor, Gleichgewichtsstörungen und verlangsamte Bewegungen. Die Forscher konnten mithilfe der Tierversuche herausfinden, dass das Fehlen von Dopamin nicht nur das Gleichgewicht zwischen den MSNs beeinträchtigte, sondern außerdem Wechselwirkungen zwischen MSNs und FSNs (fast-spiking neurons) veränderte.

Normalerweise verbinden sich FSNs mit beiden MSN-Typen gleichermaßen. Ohne Dopamin wird eine neue Verbindung zwischen den FSN-Kreisläufen gebildet, sodass die FSN größtenteils nur noch einen Typus der MSNs anvisieren. Mithilfe von Computersimulationen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Verbindung zwischen diesen Neuronen die Basis für eine normale Bewegung darstellt.

Abschließend erklärten die Forscher, dass ihre Studie eine völlig neue Gruppe von Neuronen entdeckt habe, die in den Krankheitsprozess des Morbus Parkinson verwickelt seien. Sie hoffen, dass ihre Entdeckungen einen neuen Ansatzpunkt für mögliche Therapiemaßnahmen darstellen. © hil/aerzteblatt.de

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