Umfrage: Angst der Bundesbürger vor Pflegebedürftigkeit ist groß
Mittwoch, 14. September 2011
Dortmund – Die Angst der Bundesbürger vor Pflegebedürftigkeit ist einer Umfrage zufolge groß: Für 82 Prozent ist die Vorstellung, einmal auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, die größte Sorge für die persönliche Zukunft, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Dortmunder Continentale Krankenversicherung hervorgeht. Private Vorsorge hält die Mehrheit zwar für notwendig, entsprechend abgesichert ist aber nur eine Minderheit.
Die Angst vor Pflegebedürftigkeit stand eindeutig an erster Stelle der fünf abgefragten Lebensrisikos - 52 Prozent erklärten sogar, sie hätten große Angst davor. Die Angst vor Krankheit (78 Prozent) und nicht ausreichender Altersrente (66 Prozent) kamen auf Platz zwei und drei, gefolgt von Berufsunfähigkeit (53 Prozent) und Arbeitslosigkeit (45 Prozent).
Mehr Frauen als Männer erklärten, sie fürchteten sich davor, pflegebedürftig zu sein. Die meisten Sorgen machten sich die Befragten den Angaben zufolge jedoch nicht um sich selbst, sondern um ihre Angehörigen: 83 Prozent erklärten, sie hätten Angst vor der persönlichen Belastung der Familie durch die Pflegesituation, 65 Prozent haben davor sogar große Angst.
Vor einer finanziellen Belastung der Angehörigen haben insgesamt 79 Prozent Angst (große Angst: 61 Prozent). Befürchtet werden auch eine schlechte medizinische Versorgung (47 Prozent), Verlust der finanziellen Unabhängigkeit (53 Prozent) und Vereinsamung (41 Prozent). 80 Prozent möchten zu Hause gepflegt werden - jeweils rund 40 Prozent durch Angehörige oder einen Pflegedienst.
Private Vorsorge notwendig
Gut die Hälfte (54 Prozent) hält eine zusätzliche private Vorsorge für notwendig. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es noch 64 Prozent. Dementsprechend halten nur 12 Prozent die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung für ausreichend.
Bei der in der vergangenen Woche veröffentlichten Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen 2011“ der R+V-Versicherung stand Pflegebedürftigkeit im Alter auf Platz drei der Ängste, hinter steigenden Lebenshaltungskosten und Naturkatastrophen.
Für die seit 2001 jährlich durchgeführte Continentale-Studie in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid wurden 1.297 Menschen ab 25 Jahren befragt, darunter 1.134 gesetzlich Krankenversicherte. © afp/aerzteblatt.de
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