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Trauma: Gene beeinflussen die Prognose

Mittwoch, 14. September 2011

Princeton – Mehr als die Hälfte der Traumapatienten stirbt nicht an den erlittenen Verletzungen, sondern an Infektionen, Sepsis und Multiorganversagen. Begünstigt werden diese Spätkomplikation durch eine unangemessene Entzündungsreaktion, für die eine Studie in PLoS Medicine (2011; 8: e1001093) genetische Einflüsse mitverantwortlich macht.

Das Team um John Storey von der Princeton Universität in New Jersey hat für das „Inflammation and the Host Response to Injury Large-Scale Collaborative Research Program“ die Genexpression von 168 Traumapatienten untersucht, bei denen ein erhöhter Marshall-Score die Gefahr eines bevorstehenden Multiorganversagens anzeigte.

Um zu untersuchen, welche Gene im Vorfeld aktiviert werden, wurde den Patienten regelmäßig Blut entnommen. In den Leukozyten wurde dann mit einem Genchip (DNA-Microarray) die Expression von etwa 800 Genen untersucht.

Wie Storey berichtet, kam es in einem Viertel der untersuchten Gene in den ersten 40 bis 80 Stunden nach dem Trauma zu Veränderungen, die eine bevorstehende Spätkomplikation anzeigten. Darunter waren vor allem Gene, die Immun- und Entzündungsreaktionen antreiben.

Laut Storey ließen sich die späteren klinischen Ereignisse gut vorhersagen. Vor allem die Aktivierung des sogenannten p38 MAPK-Signalwegs und eine Downregulation von MHC-Klasse II-Gene zeigten eine ungünstige Entwicklung an.

Die Studie verfolgt vorerst nicht das Ziel, einen Test für die klinische Praxis zu entwickeln. Es handelt sich um ein Projekt der Grundlagenforschung, das neue Angriffspunkte für eine medikamentöse Therapie aufzeigen soll. © rme/aerzteblatt.de

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