Neuer Ansatz gegen Chemotherapieresistenz bei Ovarialkarzinomen
Dienstag, 20. September 2011
Tampa – Ein Signalweg namens BAD hat möglicherweise mehr Einfluss auf das postoperative Outcome von Ovarialkarzinom-Patientinnen als bisher gedacht. Wissenschaftler um Johnathan Lancaster von dem Moffitt Cancer Center haben herausgefunden, dass dieser Weg die Resistenzbildung gegenüber bestimmten Chemotherapeutika bei Ovarialkarzinomen beeinflussen kann. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Clinical Cancer Research (doi:10.1158/1078-0432.CCR-11-0735).
Die Wissenschaftler beobachteten die Ovarialkarzinomzellen in vitro. Dabei griffen sie auf die Krebszellen von 300 Frauen mit Ovarialkarzinomen zurück. Die Forscher behandelten die Zellen mit einem chemotherapeutischen Medikament und untersuchten währenddessen die Signalwege, die aktiviert wurden. So entdeckten sie den so genannten BAD-Pfad.
Bei den untersuchten Frauen zeigte sich, dass Frauen mit postoperativ großen Tumorresten und niedrigen Konzentrationen von BAD länger überlebten als Frauen mit nur wenig Tumorresten aber einer starken Expression von BAD. Möglicherweise kann man diesen Signalweg inhibieren, um einer Resistenzbildung vorzubeugen, vermuten die Wissenschaftler.
Außerdem könne man diesen Signalweg womöglich als eine Art Biomarker verwenden, um Ovarialkarzinome mit einer Resistenzbildung zu identifizieren. So könnten Ärzte den Nutzen einer Chemotherapie besser vorhersagen und eventuell neue Medikamente entwickelt werden, die BAD hemmen, erklärten die Wissenschaftler weiterhin.
Insgesamt sollten die Ovarialkarzinome von betroffenen Frauen zukünftig auf den so genannten BAD-Signalweg überprüft werden, um eine Chemotherapieresistenz frühzeitig zu erkennen.
Die Wissenschaftler bemerkten abschließend, dass zwar ein Zusammenhang zwischen dem BAD-Signalweg und einer Chemotherapieresistenz bestehe, der genaue Zusammenhang jedoch noch nicht geklärt sei und weiterer Studien bedürfe.
© hil/aerzteblatt.de
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