New Haven/Jekaterinburg – US-amerikanische und russische Forscher beschreiben in Emerging Infectious Diseases (Online) eine neue Variante der Lyme-Erkrankung. Kennzeichnend sind kurze wiederkehrende Fieberattacken.
Borrelia miyamotoi wurde 1995 in Japan entdeckt, wo die Spirochäte mit einem Wechselfieber in Verbindung gebracht wird. Die Erkrankung schien bisher nur auf Japan beschränkt zu sein. Mittlerweile konnte der Erreger aber auch in Zecken aus Eurasien und Nordamerika nachgewiesen werden, was das Interesse westlicher Infektiologen geweckt hat.
Der Epidemiologe Peter Krause von der Yale School of Medicine in New Haven hat deshalb zusammen mit russischen Forschern nach Erkrankungsfälle in Jekaterinburg gesucht. In der Stadt am Rande des Uralgebirges sind akute Borreliosen (und andere durch Zecken übertragene Erkrankungen) sehr häufig.
Unter 302 Patienten, die an einer städtischen Klinik wegen einer vermuteten Zeckenerkrankung behandelt wurden, konnten die Forscher bei 51 oder fast jedem fünften eine Infektion mit B. miyamotoi nachweisen. Der Vergleich mit US-Patienten, die mit B. burgdorferi infiziert waren, ergab, dass die Lyme-Erkrankung nach B. miyamotoi häufiger einen schwereren Verlauf nimmt.
Das Fieber war mit 39,5° C höher und bei jedem zehnten Patienten wiederholten sich die Fieberattacken im Abstand mehrerer Wochen. Ein derartiges Wechselfieber wird bei der klassischen Lyme-Erkrankung niemals beobachtet.
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