Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht die Versorgungsqualität von Diabetespatienten in Deutschland gefährdet. „Menschen mit Diabetes Typ 2 und einer gestörten Nierenfunktion steht ein neues Medikament nicht zur Verfügung, weil die herstellenden Pharmafirmen es aufgrund bürokratischer Hürden nicht auf den Markt bringen“, kritisierte die Fachgesellschaft.
Das neue Antidiabetikum mit dem Wirkstoff Linagliptin, das bei Diabetespatienten mit einer gestörten Nierenfunktion eingesetzt wird, ist seit wenigen Tagen in der Europäischen Union zugelassen, wird auf dem deutschen Markt jedoch nicht erhältlich sein. Grund dafür sind laut DDG Auseinandersetzungen zwischen Gesetzgeber und Pharmaindustrie über die Regelungen des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes.
Demnach dürfen Pharmahersteller den Preis für ein neues Medikament nicht mehr selbst festlegen, sondern müssen sich auf Basis einer unabhängigen Nutzenanalyse mit den Krankenkassen auf einen Erstattungsbetrag einigen. Steht dieser in einem ungünstigen Verhältnis zu den Entwicklungskosten, kann sich der Hersteller gegen die Markteinführung des neuen Präparats entscheiden.
Daraus ergibt sich laut DDG die Gefahr, dass innovative Medikamente in Deutschland nicht mehr auf den Markt kommen: „Hierbei handelt es sich dann nicht mehr um eine Form der Priorisierung, die die wirksamsten Präparate dem Patienten zugutekommen lässt, sondern um eine Rationierung, die Patienten den Zugang dazu versagt“, unterstrich DDG-Sprecher Andreas Fritsche.
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